»Migration – Industrieller Wandel in NRW und Oberschlesien«

Ein Schüleraustausch zwischen dem Marie Curie-Gymnasium in Düsseldorf und dem Paderewski-Lyzeum in Kattowitz, Polen

Schüler und Schülerinnen des Marie Curie-Gymnasiums erfahren den Strukturwandel ihres Stadtteils Gerresheim hautnah: Vor ihren Augen werden gerade die Gebäude und alten Werkshallen der früheren Gerresheimer Glashütte abgebaut, nur noch wenige Reste der alten Industriekultur sind auf dem großen Gelände unweit des Gerresheimer Bahnhofs zu finden. Auch die Schüler und Schülerinnen des Paderewski-Lyzeums in Kattowitz erleben täglich, wie sich das einstige Industriegebiet Oberschlesien wandelt. Bergwerke werden geschlossen, Kraftwerke zu musealen Bildungskomplexen umgebaut. Für die heutige Schülergeneration in Deutschland wie in Polen wird die Schwerindustrie, die das Rhein-Ruhrgebiet und Oberschlesien maßgeblich geprägt hat, bald nur noch im Museum erfahrbar sein. Die Umgestaltung beider Industrieregionen birgt Chancen und Risiken für die jungen Europäer.

Mit einem Austauschprojekt, bei dem die Schüler im Mai und September 2019 jeweils eine Woche bei der Partnerschule verbringen und in gemeinsamen Exkursionen die jeweilige Heimatregion kennenlernen, setzen sich die jungen Europäer aus Ost und West mit den Fragen von Strukturwandel und Migration auseinander. Das Ruhrgebiet konnte schon immer von einer zuwandernden Expertise im Bergbau aus den Kohleregionen Oberschlesiens profitieren. Hier fand bereits im 19.Jahrhundert eine europäische Arbeitsmigration und eine gelungene Integration in die vorhandene Gesellschaft statt. Die meisten Jugendlichen aus beiden Ländern sind sich dieser gemeinsamen Erfolgsgeschichten und der daraus entstandenen gesellschaftlichen und kulturellen Verbundenheit beider Regionen gar nicht bewusst. Das Projekt, bei dem das GHH unterstützender Kooperationspartner ist und das von Frau Dr. Sabine Grabowski inhaltlich und organisatorisch begleitet wird, soll das Wissen über diese Verknüpfungen stärken und den Dialog fördern.

Das Projekt ist mit dem „Richeza-Preis des Landes Nordrhein-Westfalen 2018/19 für besondere Verdienste um die deutsch-polnischen Beziehungen“ ausgezeichnet worden.


»Wie viel Heimat(en) braucht der Mensch?«

 Ein Schulprojekt mit dem Kunst-Leistungskurs des Cecilien-Gymnasiums Düsseldorf

Der Begriff Heimat hat in letzter Zeit zu einer neuen Beliebtheit gefunden. Nordrheuin-Westfalen hat inzwischen sogar ein Heimatministerium. Angesichts der vielfältigen Herkunft der Schülerinnen und Schüler in unserem Land stellt sich die Frage, ob sie sich durch eine gemeinsame Heimat verbunden fühlen oder ob in den Schulklassen nicht viele Heimaten aufeinandertreffen. Gibt es die eine Heimat oder muss man nicht vielmehr den Plural dieses Begriffs bilden? Ist die Heimat der Großeltern noch die eigene Heimat? Und überhaupt, was ist Heimat eigentlich?

Die Schülerinnen und Schüler des Kunst-Leistungskurses am Cecilien-Gymnasium in Düsseldorf beschäftigen sich seit Dezember 2018 mit diesen Fragen. Mit verschiedenen Animationsfilmen möchten sie ihre Antworten zum Thema geben. Die Ergebnisse werden vor den Sommerferien 2019 in einer Ausstellung im Gerhart-Hauptmann-Haus präsentiert.

Das Projekt wird durch das Programm »Jugend, Kultur und Schule« 2018/2019 vom Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf gefördert.