KULTURSTRUKTURWANDEL

Workshops, Debatten, Ausflüge zum Thema: industrielles Erbe Oberschlesiens
30.09 - 6.10.2018, Zabrze

Das deutsch-polnische Jugendprojekt "KULTURSTRUKTURWANDEL" ist ein siebentägiger Workshop, der vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Warschau, der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, dem Kulturreferat für Oberschlesien am Oberschlesischen Landesmuseum und dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk organisiert wird. Dieses Projekt richtete sich an Jugendliche (18-26 Jahren), die sich für den Strukturwandel und das Industrieerbe Oberschlesiens sowie eine nachhaltige Stadtentwicklung interessieren.

Anmelden können sich:

- 10 Personen aus Polen und 10 Personen aus Deutschland (Alter 18-26 Jahre)

- Teilnehmer aus Deutschland erhalten einen Zuschuss für die Reisekosten

- Die Arbeitssprachen des Projektes sind Deutsch und Polnisch

- Bereitschaft zur Teilnahme am zweiten Teil des Projekts, der 2019 im Ruhrgebiet stattfinden wird

Während des polnisch-deutschen Jugendprojektes werden die Teilnehmer eine "Zeitreise" an Orten unternehmen, die mit der Kohlegewinnung und dem ökologischen und sozial-kulturellen Wandel in Oberschlesien in Verbindung stehen. In den verschiedenen Workshops werden Themen wie Umwelt, erneuerbare Energiequellen, Bergbau, Klima und Kultur behandelt. Die Teilnehmer haben die Gelegenheit, sich mit der Zukunft ihrer Städte, deren nachhaltiger Entwicklung sowie mit Formen und Möglichkeiten der Bewahrung des postindustriellen Erbes auseinanderzusetzen. Die Gruppe wird Orte besuchen, die für einen gelungenen Umwelt- und Energiewandel in der Region stehen und Interviews mit Zeitzeugen führen. Zum Abschluss des Projektes wird eine Diskussion stattfinden, in der deutsche und polnische Erfahrungen beim vielschichtigen regionalen Wandel und der Rettung des postindustriellen Erbes angesprochen werden. Um eine vergleichende Betrachtung zu ermöglichen, werden die Teilnehmer im zweiten Teil des Projektes Orte im Ruhrgebiet erkunden. Die Arbeitssprachen sind Deutsch und Polnisch. Für die gesamte Dauer wird eine Übersetzung angeboten. Die Teilnahme am Projekt, die Verpflegung und die Unterkunft sind kostenlos.

Anmeldeschluss ist der 15. September 2018.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Ansprechpartner: Thomas Schekalla, Projektmanager, ul. Bojkowska 35A, 44-100 Gliwice, Tel.: 0048 32 461 20 70, E-mail: thomas.schekalla(æt)haus.pl.

Mehr Informationen und das Anmeldeformular unter: http://www.haus.pl/de/news-1455.html

WICHTIGE INFORMATION: Die Realisierung des Projektes hängt von der Anzahl der Anmeldungen ab.

Das Projekt wird vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk gefördert.


INTERNATIONALES STUDIERENDENPROJEKT

Friedhof Klein Pasken
Bei den Aufräumarbeiten auf dem Friedhof in Klein Pasken/Paski Małe finden die Studierenden ein altes Grabkreuz
Altes Grabkreuz mit masurischer Inschrift
Kindergräber auf dem Friedhof in Groß Pasken/Paski Wielkie
Deutsche und polnische Studenten bei den Aufräumarbeiten auf dem Friedhof in Klein Pasken/Paski Mały
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes 2017

 

Verlorene Dörfer in Masuren

Ein deutsch-polnisches Projekt in der Johannisburger Heide

Dokumentationsfilm in Kürze hier abrufbar


Projektidee

Die deutsch-polnischen Beziehungen haben die europäische Geschichte in ganz besonderer Weise geprägt. Der deutsche Überfall auf Polen 1939 zerstörte das Zusammenleben; am Ende des Zweiten Weltkrieges stand die Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Die Region Masuren, Teil der Provinz Ostpreußen, bewohnt von polnisch-, litauisch-, russisch-, masurisch- und deutschsprachigen Menschen wurde 1944/45 besonders hart vom Vormarsch der Roten Armee und der anschließenden Übernahme durch die polnischen Behörden getroffen. Viele Dörfer an der ehemaligen Grenze des Deutschen Reiches gingen in Flammen auf, wurden geplündert, und die Ruinen dienten anschließend dem Wiederaufbau an anderen Orten. Die Masuren hörten auf zu existieren.

Seit einigen Jahren bemüht sich die Initiative Sadyba Mazury darum, die Spuren der verlorenen masurischen Dörfer sichtbar und das gemeinsame deutsch-polnische Kulturerbe erfahrbar zu machen.

Im September 2017 hat die Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus gemeinsam mit Sadyba Mazury und der Stiftung Borussia in Olsztyn ein internationales Projekt in der Johannisburger Heide durchgeführt, bei dem Studierende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Ermländisch-Masurischen Universiät in Olsztyn zwei Friedhöfe der verschwundenen Dörfer Groß und Klein Pasken wieder freigelegt und ihre Geschichte dokumentiert haben.

Gemeinsam befreiten 14 Studierende der Geschichtswissenschaft und der Landschaftsarchitektur die noch vorhandenen Gräber vom Moos und restaurierten mit Unterstützung der Denkmalpflegerin Magdalena Schneider die Grabanlagen. Bei Recherchen im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin und dem Staatlichen Archiv/Archiwum Państwowe Olsztyn konnten die Geschichtsstudierenden unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Nonn (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) und Dr. Sabine Grabowski (GHH) verschiedene Dokumente über die Dörfer Groß und Klein Pasken auswerten. Die polnischen Studierenden erarbeiteten mit der Landschaftsarchitektin Dr. Marta Akincza detaillierte Pläne der alten Friedhöfe. In einer gemeinsamen Dokumentation werden die Ergebnisse dieser Kooperationsarbeit veröffentlicht.

Mit Hilfe der Oberförsterei Johannisburg/Nadleśnictwo Pisz werden vor Ort zweisprachige Hinweisschilder aufgestellt, die über die Geschichte der verschwundenen Dörfer und die Besonderheiten ihrer Friedhöfe informieren.

Ergänzend werden kurze Filme über das Projekt mittels QR-Code auf den Hinweistafeln abrufbar sein. Damit unterstützt das Projekt auch die touristische Infrastrukturentwicklung der heutigen Region Masuren.

Unterstützt wurden die Arbeiten der Studierenden von Schülerinnen und Schülern der Oberschule in Pisz.

Am 28. Februar 2018 wurde der Dokumentarfilm von Daniel Raboldt über das Projekt in der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus vorgestellt.

Das Projekt wird im September 2018 in Masuren fortgesetzt.

Weiter Infos unter:
https://sadybamazury.wordpress.com/deutsch
http://borussia.pl 

Kooperationspartner

• Stowarzyszenie na rzecz Ochrony Krajobrazu Kulturowego Mazur „Sadyba“/ Verein zum Schutz der Kulturlandschaft Masuren „Sadyba“

• Stowarzyszenie Wspólnota Kulturowa „Borussia“ w Olsztynie/Verein Kulturgemeinschaft „Borussia“ in Olsztyn

• Regionaldirektion der Staatlichen Wälder in Białystok – Oberförsterei Johannisburg /Regionalna Dyrekcja Lasów Państwowych w Białymstoku – Nadleśnictwo Pisz

• Stowarzyszeniem Przyjaciół Starego Ogólniaka, Pisz/Verein der Freunde des Alten Gymnasiums in Pisz