Internationales Studentenprojekt

Überreste alter Gräber im Wald
Im Rahmen eines Projektes legen Freiwillige aus Deutschland, Polen und Russland die Überreste des Friedhofes frei (Piskorzewo/Königsdorf 2011)
Durch den Verein Sadyba Mazury wurden 2011 Schilder aufgestellt, die auf deutsch und polnisch auf die Spuren der masurischen Geschichte hinweisen.

Spuren des Zweiten Weltkriegs: Verlorene Dörfer in Masuren
 
Ein deutsch-polnisches Projekt in der Johannisburger Heide


Projektidee


• Die deutsch-polnischen Beziehungen haben die europäische Geschichte in ganz besonderer Weise geprägt. Der deutsche Überfall auf Polen 1939 zerstörte das Zusammenleben; am Ende des Zweiten Weltkrieges stand die Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Die Region Masuren, Teil der Provinz Ostpreußen, bewohnt von polnisch-, masurisch- und deutschsprachigen Menschen wurde 1944/45 besonders hart vom Vormarsch der Roten Armee und der anschließenden Übernahme durch die polnischen Behörden getroffen. Viele Dörfer an der ehemaligen Grenze des Deutschen Reiches gingen in Flammen auf, wurden geplündert und die Ruinen dienten anschließend dem Wiederaufbau an anderen Orten. Die masurische Bevölkerung hörte auf zu existieren.

• Die Initiative Sadyba Mazury bemüht sich darum, die Spuren dieser verlorenen masurischen Dörfer sichtbar und das gemeinsame deutsch-polnische Kulturerbe erfahrbar zu machen.

• Die Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus möchte mit einem gemeinsamen Projekt Studierenden der Heinrich-Heine-Universität und der Ermländisch-Masurischen Universiät in Olsztyn den Zugang zu diesem Aspekt der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte ermöglichen und historisch-politische Bildungsarbeit mit konkreter praktischer Arbeit vor Ort verbinden.

• Bei einer internationalen Begegnung in der Johannisburger Heide in Masuren sollen sich deutsche und polnische Studierende gemeinsam um die Entdeckung und Bewahrung dieser Spuren europäischer Geschichte bemühen.

• Die Studierenden bekommen Einblick in Archivmaterialien, Fotos und Dokumente, werten diese aus, beschäftigen sich mit Sammlungen in Archiven und Museen vor Ort und wählen Objekte für die Dokumentation aus.

• Die Studierenden werden verschiedene bisher nicht gesicherte Überreste von Friedhöfen der masurischen Dörfer frei legen und mit Hilfe der Förster einzäunen (Grabumrandungen, alte Grabsteine, etc.)

• Es werden Texte für Hinweistafeln erarbeitet, die von der Oberförsterei Pisz im Wald aufgestellt werden sowie eine filmische Dokumentation erarbeitet, die über das Projekt informiert. Mittels QR-Code auf den Hinweistafeln soll ermöglicht werden, weitergehende Informationen zu den masurischen Dörfern im Wald abrufen zu können. Damit unterstützt das Projekt auch die touristische Infrastrukturentwicklung der heutigen Region Masuren.

• Unterstützt werden die Arbeiten der Studierenden von Schülerinnen und Schülern der Oberschule in Pisz.

 

Kooperationspartner

•Stowarzyszenie na rzecz Ochrony Krajobrazu Kulturowego Mazur „Sadyba“/ Verein zum Schutz der Kulturlandschaft Masuren „Sadyba“

•Stowarzyszenie Wspólnota Kulturowa „Borussia“ w Olsztynie/Verein Kulturgemeinschaft „Borussia“ in Olsztyn

•Regionaldirektion der Staatlichen Wälder in Białystok – Oberförsterei Johannisburg /Regionalna Dyrekcja Lasów Państwowych w Białymstoku – Nadleśnictwo Pisz

•Stowarzyszeniem Przyjaciół Starego Ogólniaka, Pisz/Verein der Freunde des Alten Gymnasiums in Pisz