<

Dezember 2018

>
Panzer und Barrikaden an der Kreuzung Villányl Straße/Móricz-Zsigmond-Platz

Foto: Levente Zorkóczy, Archiv des Ungarisches Nationalmuseums
22. Oktober - 31. Januar

Oktober 1956. Ein verewigter Spiegel der Vergangenheit

Ausstellung

Eröffnung: 22.10.2018, 16:30 Uhr; Eröffnungsrede: Zoltan Balog, Beauftragter des Ministerpräsidenten von Ungarn
Laufzeit: 23.10. bis…

Ausstellung

Eröffnung: 22.10.2018, 16:30 Uhr; Eröffnungsrede: Zoltan Balog, Beauftragter des Ministerpräsidenten von Ungarn
Laufzeit: 23.10. bis Januar 2019

Levente Zorkóczy, Zeitzeuge des Ungarn-Aufstandes von 1956, präsentiert eine Auswahl von 20 schwarz-weiß Aufnahmen, die die Geschichte von 1956 aus einer persönlichen Perspektive erzählen.

In Kooperation mit: Ungarisches Konsulat

Die Delegation der Zionisten unter Führung Theodor Herzls (Mitte), die Ende Oktober 1898 nach Palästina kam, um mit Wilhelm II. zusammenzutreffen.
28. November - 28. Februar

»Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen« - Lebenswege jüdischer Palästina-Auswanderer aus dem östlichen Europa

Ausstellung

Eröffnung: 28. November, 18 Uhr

Fast zweitausend Jahre lang einte die Hoffnung auf eine Rückkehr in die historische Heimat, in das…

Ausstellung

Eröffnung: 28. November, 18 Uhr

Fast zweitausend Jahre lang einte die Hoffnung auf eine Rückkehr in die historische Heimat, in das gelobte Land eretz jisrael, das verstreute jüdische Volk. Unter dem Eindruck des aufkommenden Antisemitismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts legte Theodor Herzl mit seinen Schriften die Grundlage für die zionistische Bewegung. Sie hatte die Wiederansiedlung von Juden in Palästina und den Aufbau eines Staatswesens zum Ziel.

»Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen« ermutigte Theodor Herzl in seinem utopischen Roman »Altneuland« zur Realisierung dieser Vision. Über 200.000 Juden kamen seit den 1880er-Jahren bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland in mehreren Einwanderungswellen nach Palästina, bis 1933 überwiegend aus Osteuropa. Polen bildete das Zentrum zionistischer Aktivität. Zionisten in Polen waren in zahlreichen Parteien, Vereinen und Jugendbewegungen organisiert. In Palästina organisierten sich die jüdischen Einwanderer in einer Gemeinschaft mit vorstaatlichen Strukturen, dem sogenannten Jischuw.

Während der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung nahm Palästina unter den Ländern, in denen europäische Juden Zuflucht fanden, einen besonderen Stellenwert ein. Flüchtlinge, die nach Palästina emigrierten, hofften auf einen jüdischen Nationalstaat, dessen Bürger und Bürgerinnen sie sein würden, und nicht, wie in allen anderen Exilländern eine gesellschaftliche Minderheit. Mit Kriegsende im Mai 1945 kam es zur Massenflucht jüdischer Holocaustüberlebender aus Osteuropa in die westlichen Besatzungszonen. Hier lebten sie in Auffanglagern als sogenannte »Displaced Persons« (DP). Für ca. eine Viertelmillion jüdische Menschen begann dort eine weitere ungewisse Wartezeit. Nur etwa 3.000 jüdischen DPs wurde zwischen 1945 und 1950 die Einreise nach Großbritannien erlaubt. Erst mit der Gründung des Staates Israel im Mai 1948 eröffnete sich die Chance auf einen Neubeginn. Bis Ende des Jahres trafen mehr als 100.000 jüdische Neueinwanderer in Israel ein; bis Dezember 1951 stieg ihre Zahl auf ca. 700.000. Die meisten Einwanderer kamen aus Osteuropa, wo sie von neuer anti-jüdischer Gewalt bedroht waren. Die im Gerhart-Hauptmann-Haus gezeigte Ausstellung wurde vom Haus der Heimat Baden Württemberg anlässlich der Staatsgründung Israels vor 70 Jahren konzipiert und erinnert an die jüdischen Auswanderer. Im Mittelpunkt stehen ausgewählte Lebenswege und Personen, unter ihnen Lea Rabin (geb. Schloßberg), der Schriftsteller Max Brod, der Maler und Grafiker Jakob Steinhardt aus Posen und viele andere. Die Ausstellung erläutert die Gründe ihrer Emigration wie ihr Wirken in Kunst, Kultur und Bildung, in Gesellschaft und Politik.

Laufzeit der Ausstellung: 28.11.2018 bis 28.02.2019

In Kooperation mit: Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg

01. Dezember, 16:00 - 18:00

Weihnachtsfest für den kleinen Kranich

Ein Theaterstück für Kinder ab fünf Jahren

Der kleine Kranich verpasst den Abflug in den Süden und muss im tief verschneiten Wald überwintern. Was…

Ein Theaterstück für Kinder ab fünf Jahren

Der kleine Kranich verpasst den Abflug in den Süden und muss im tief verschneiten Wald überwintern. Was soll aus ihm werden, wenn es immer kälter wird? Und wie soll er ohne seine Familie Weihnachten feiern? Doch der Waldgeist weiß Rat und schickt die Eule zu den Kindern Maja und Jonas, damit sie dem kleinen Kranich helfen. Mit Tanz- und Gesangseinlagen präsentiert Kin-Top e.V. ein musikalisches Bühnenstück über die Abenteuer des kleinen Kranichs.

Text und Regie: Leo Litz; Musik: Leon Vilents; Kooperation mit: Kin-Top e.V.

04. Dezember, 19:00 - 21:00

»Was ist mit den Polen los?«

Buchpräsentation und Gespräch mit Marta Kijowska und Michael Zeller

Polen galt als Musterbeispiel für die Demokratisierung nach dem Zusammenbruch des…

Buchpräsentation und Gespräch mit Marta Kijowska und Michael Zeller

Polen galt als Musterbeispiel für die Demokratisierung nach dem Zusammenbruch des Kommunismus. Mit der Wahl 2015 hat sich dies geändert. Die PiS-Regierung fällt mit einem ultrakonservativen Kurs und harschen Tönen auf. Sie verweigert sich europäischen Vereinbarungen, beschneidet demokratische Grundrechte und setzt rechtsstaatliche Prinzipien außer Kraft. Das Land erlebt Proteste und Demonstrationen von Befürwortern und Gegnern. In ihrem Buch fragt Marta Kijowska nach den Gründen dieser Entwicklung und gibt Antworten auf die Fragen, weshalb in Polen die Furcht gegenüber Fremden so groß ist und weshalb liberale Haltung heute misstrauisch beäugt werden.

Marta Kijowska, geboren in Krakau, studierte in München Germanistik. Sie arbeitet als Publizistin, Übersetzerin und Journalistin in Deutschland.

05. Dezember, 15:00 - 17:00

Bücher im Gespräch: Künstlerleben

»Zu jeder Kunst gehören zwei: einer, der sie macht, und einer, der sie braucht«, so der Bildhauer Ernst Barlach. Zum Ende des Jahres widmet sich die…

»Zu jeder Kunst gehören zwei: einer, der sie macht, und einer, der sie braucht«, so der Bildhauer Ernst Barlach. Zum Ende des Jahres widmet sich die Veranstaltungsreihe »Bücher im Gespräch« der Kunst und den Menschen, die sie machen. Vorgestellt werden Biografien ausgewählter Künstlerinnen und Künstler, die berühmte Tretjakow-Galerie in Moskau und die Künstlerkolonie im ostpreußischen Nidden.  

Anmeldung bis 04.12.: bibliothek@g-h-h.de oder 0211-16991-30

09. Dezember - 13. Dezember

Bücherflohmarkt

In der Bibliothek: antiquarische Bücher zur Geschichte, Kultur, Politik und Belleristik

In der Bibliothek: antiquarische Bücher zur Geschichte, Kultur, Politik und Belleristik

09. Dezember, 10:00 - 16:00

Weihnachtsmarkt

Kunsthandwerk, Büchermarkt, kulinarische Spezialitäten und musikalisches Bühnenprogramm

Kunsthandwerk, Büchermarkt, kulinarische Spezialitäten und musikalisches Bühnenprogramm

10. Dezember, 19:00 - 21:00

Mit Vernunft und Gewissen begabt

Zum 70. »Geburtstag« der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948. Eine notwendige Erinnerung

Mit Volker Neupert, Katja…

Zum 70. »Geburtstag« der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948. Eine notwendige Erinnerung

Mit Volker Neupert, Katja Schlenker, Winfrid Halder und – hoffentlich – vielen, vielen anderen

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, verabschiedet durch die UNO-Vollversammlung am 10. Dezember 1948, betrifft uns naturgemäß allesamt. Aber – kennen wir sie überhaupt? Welcher ihrer 30 Artikel fällt uns auf Anhieb ein? Uns Menschen, die wir alle – wie Artikel 1 festhält – »mit Vernunft und Gewissen begabt« sind? Wir wollen gemeinsam mit Ihnen – just am alljährlichen Tag der Menschenrechte – erinnern, vielleicht kennenlernen, jedenfalls ein für die ganze Welt bedeutsames Dokument würdigen. Und möglichst viele andere Menschen darauf aufmerksam machen – etwa mit einer Postkartenaktion.
Machen Sie mit!

In Kooperation mit: Respekt und Mut

Foto: DEFA-Stiftung/Joop Huisken
11. Dezember, 19:00 - 21:00

»Haben wir eigentlich verdient, dass nach dem Weltkrieg eine solche Epoche über uns hereinbricht?«

Vortrag und Lesung aus Briefen, Tagebüchern und weiteren Texten mit Dr. Katja Schlenker und Prof. Dr. Winfrid Halder
Veranstaltungsort: Jüdische…

Vortrag und Lesung aus Briefen, Tagebüchern und weiteren Texten mit Dr. Katja Schlenker und Prof. Dr. Winfrid Halder
Veranstaltungsort: Jüdische Gemeinde Düsseldorf, Paul-Spiegel-Platz 1 (Personalausweis mitbringen)

Lion Feuchtwanger und Arnold Zweig – eine Schriftstellerfreundschaft zwischen Berlin, Haifa und Los Angeles

Als Lion Feuchtwanger (1884–1958) und Arnold Zweig (1887–1968) sich 1922 in München kennenlernten, standen beide am Beginn ihrer Karriere. Bis zum Tod Feuchtwangers 1958 dauerte ihre Freundschaft, die einen intensiven Austausch über das jeweilige Schaffen, die politischen Zeitumstände und die persönliche Orientierung einschloss. Beide waren zudem durch ihre Herkunft als jüdische Deutsche verbunden, beide setzten sich zeitlebens mit dem Judentum auseinander, wenn auch mit unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Der gebürtige Münchner Feuchtwanger gelangte mit dem Roman »Jud Süß« (1925) zu Weltruhm. Zweig, geboren 1887 im niederschlesischen Glogau, schrieb sich spätestens mit »Der Streit um den Sergeanten Grischa« (1927) in die erste Reihe der deutschen Gegenwartsschriftsteller. 1933 waren sie zur Emigration gezwungen, Feuchtwanger ging nach Frankreich, dann in die USA, Zweig nach Palästina. Die unterschiedlichen Lebenswelten spiegeln sich in den vielen Briefen, die sie tauschten. In der Veranstaltung werden auch die bisher unbekannten Tagebücher Lion Feuchtwangers vorgestellt, die im November im Berliner Aufbau-Verlag erscheinen.

In Kooperation mit: Franz-Rosenzweig-Loge Düsseldorf (B’nai B’rith)

SPD-Plakat 1919
13. Dezember, 19:00 - 21:00

Mitschaffen an dem großen Werk einer neuen deutschen Zukunft - Die SPD und die Revolution 1918 in Deutschland

Vortrag von Prof. Dr. Bernd Faulenbach

Mit dem Zusammenbruch des Kaiserreichs im Zuge der Novemberrevolution stand die SPD auf dem Höhepunkt ihrer…

Vortrag von Prof. Dr. Bernd Faulenbach

Mit dem Zusammenbruch des Kaiserreichs im Zuge der Novemberrevolution stand die SPD auf dem Höhepunkt ihrer bisherigen Entwicklung – trotz stetig wachsender Wahlerfolge war sie bis dahin von der kaiserlichen Exekutive stets in einer mehr oder weniger machtlosen Oppositionsrolle gehalten worden. Jetzt endlich konnte sie regieren – und stand zugleich mitten in der schwersten Zerreißprobe ihrer Geschichte, innerlich zerstritten und förmlich gespalten seit 1916. Ebert, Scheidemann und andere waren zunehmend geneigt, die früheren Parteifreunde vom äußerst linken Flügel der Vorkriegs-SPD um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht als größte aller Gefahren für die »neue deutsche Zukunft« zu betrachten. Prof. Dr. Bernd Faulenbach wirft einen differenzierten Blick auf ein Schlüsseljahr in der Geschichte der Sozialdemokratie, für die er einer der renommiertesten Experten ist.

17. Dezember, 19:00 - 21:00

Matrjonas Hof. Zu Alexander Solschenizyns 100. Geburtstag

Eine kommentierte Lesung in deutscher und russischer Sprache

Lesung Waldemar Hooge – Einführung Prof. Dr. Winfrid Halder

Alexander Solschenizyn…

Eine kommentierte Lesung in deutscher und russischer Sprache

Lesung Waldemar Hooge – Einführung Prof. Dr. Winfrid Halder

Alexander Solschenizyn (1918–2008), der am 10. Dezember 2018 100 Jahre alt geworden wäre, war zeit seines Lebens streitbar und umstritten. Nachdem er acht Jahre als politischer Häftling im Zwangsarbeitslagersystem der stalinistischen Sowjetunion zugebracht hatte (1945–1953), gelang es ihm zu Beginn der 1960er-Jahre im Zeichen des »Tauwetters« und der Entstalinisierung einige wenige erzählende Werke zu veröffentlichen. Bald traf ihn wieder ein striktes Publikationsverbot. Die Verleihung des Literaturnobelpreises (1970) und der damit verbundene Weltruhm bewahrten Solschenizyn zwar vor Inhaftierung oder Schlimmerem, nicht aber davor, ins langjährige Exil getrieben zu werden. Unter der Handvoll Arbeiten, die das sowjetische Publikum vor 1991 legal lesen durfte, war die eindrucksvolle Erzählung »Matrjonas Hof«, in der Solschenizyns Hauptthemen brennglasartig zusammengefasst sind: die Wirkungen des kommunistischen Experiments und des Unterdrückungsapparates auf die russische Gesellschaft.