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September 2018

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05. September - 03. Oktober

Briefmarken der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis 1957

Teil 8 der Ausstellung »Große Mächte in kleinen Formaten«

Teil 8 der Ausstellung »Große Mächte in kleinen Formaten«

Foto: Wikipedia
06. September, 19:00 - 21:00

Wilder Bruder der Demokratie?

100 Jahre Kampf um das »Selbstbestimmungsrecht« vom Sudetenland (1918/19) bis nach Katalonien (2018)

Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Manfred…

100 Jahre Kampf um das »Selbstbestimmungsrecht« vom Sudetenland (1918/19) bis nach Katalonien (2018)

Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Manfred Kittel

Schon im 17. Jahrhundert als Völkerrechtsgrundsatz formuliert, erlangte das Selbstbestimmungsrecht der Völker erst mit dem Ausgang des Ersten Weltkriegs in Europa überragende Bedeutung für die praktische Politik. Insbesondere US-Präsident Thomas Woodrow Wilson hatte dieses Recht in seinen berühmten »14 Punkten« von 1918 zu einer der Grundlagen der Neuordnung der staatlichen Grenzen in Europa erklärt. Dementsprechend große Erwartungen knüpften sich in vielen Regionen Europas daran, nicht zuletzt in denen, welche zuvor zur jetzt aufgelösten, multiethnisch geprägten Habsburgermonarchie gehört hatten. Viele Deutsche etwa in Böhmen und Mähren hofften darauf, sich künftig einem deutschen Staatswesen anschließen zu können. In Wirklichkeit indes wurden sie eine der nationalen Minderheiten in der tschechisch dominierten neu gegründeten Tschechoslowakei.

Auch nachdem der hohe völkerrechtliche Rang des Selbstbestimmungsrechtes der Völker 1945 in der Charta der Vereinten Nationen bekräftigt worden war, knüpften sich an dessen Umsetzung eine Vielzahl komplizierter, zum Teil schier unauflösbarer Konflikte – dies dauert bis heute an. In der unverändert schwelenden innerspanischen Auseinandersetzung um die staatliche Zukunft Kataloniens etwa sind das Selbstbestimmungsrecht und dessen konkrete Auslegung Kern der Auseinandersetzungen – freilich keineswegs nur dort. Der Historiker Manfred Kittel setzt sich kritisch mit Geschichte und Gegenwart des Selbstbestimmungsrechtes der Völker auseinander.

 

 

12. September, 18:00 - 20:00

Georgien – ein Land zwischen Mythen, Geschichte und Aufbruch

Vortrag von Margarete Polok

Georgien mit seiner landschaftlichen und kulturellen Vielfalt zählt sicherlich zu den faszinierendsten Ländern Europas.…

Vortrag von Margarete Polok

Georgien mit seiner landschaftlichen und kulturellen Vielfalt zählt sicherlich zu den faszinierendsten Ländern Europas. Dennoch ist das Land an der Grenze zwischen Europa und Asien für viele ein weißer Fleck. Als Besucher erkennt man schon bald die Besonderheit des ehemaligen Ostblock-Staates. Nicht größer als Bayern hat das Land sieben unterschiedliche Klimazonen, in denen rund 26 verschiedene Volksgruppen leben. Beeindruckend sind die Gastfreundschaft der Georgier, ihre tiefe Verbundenheit mit dem orthodoxen Glauben und ihre Liebe zu Musik und Tanz.

Als Schnittstelle zwischen Europa und Asien hat Georgien eine wechselvolle Geschichte aufzuweisen. Griechen, Römer, Perser, Byzantiner, Araber, Osmanen und Russen haben im Laufe der Zeit hier ihre kulturellen Spuren hinterlassen. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR 1991 erlebte die ehemalige Sowjet-Republik eine schwere Zeit mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Die Unabhängigkeitsbestrebungen verschiedener georgischer Teilregionen führten ebenfalls zu kriegerischen Auseinandersetzungen und sorgen noch heute für schwierige nachbarschaftliche Beziehungen zu Russland.

In ihrem Vortrag stellt Margarete Polok die Geschichte und Kultur Georgiens vor, beschreibt das Alltagsleben der Menschen und geht auf die politische und wirtschaftliche Situation des Landes heute ein.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Stern der Morgenröte erscheint – das Gastland der Frankfurter Buchmesse GEORGIEN in Düsseldorf; Alle Termine der Reihe unter www.literaturbuero-nrw.de;

In Kooperation mit: Heinrich-Heine-Institut, Literaturbüro NRW, zakk, Zentralbibliothek

Foto: Eugen Litwinow
13. September - 15. Oktober

Mein Name ist Eugen. Über das Aufwachsen zwischen zwei Kulturen

Ausstellung
Eröffnung: 13. September, 18 Uhr
Laufzeit: 13. September bis 15. Oktober 2018

Das Gerhart-Hauptmann-Haus zeigt in Kooperation mit dem…

Ausstellung
Eröffnung: 13. September, 18 Uhr
Laufzeit: 13. September bis 15. Oktober 2018

Das Gerhart-Hauptmann-Haus zeigt in Kooperation mit dem Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte die Ausstellung »Mein Name ist Eugen«. Dreizehn junge Russlanddeutsche tragen den Namen »Eugen«. Sie sind sich noch nie begegnet, doch alle hießen früher »Evgenij«.

Die Ausstellung gibt authentische Einblicke in die Herkunft, Abenteuer, Namen und Identität dieser jungen Russlanddeutschen. Sie zeigt so stellvertretend für eine ganze Generation die Herausforderungen des Aufwachsens in einer neuen, nur zum Teil vertrauten Kultur. Der junge Berliner Grafikdesigner Eugen Litwinow hat für diese zum ersten Mal in Düsseldorf gezeigte Ausstellung, umfangreiche und intensive Gespräche mit den dreizehn »Eugens« geführt. Die Umsetzung des Projekts, das auch in Form eines Buches dokumentiert ist, wurde gefördert durch das Bundesministerium des Innern und im November 2013 erfolgreich über die Crowdfunding Plattform Startnext finanziert.

Foto: Wikipedia
17. September, 19:00 - 21:00

Prüfstein des Charakters. Witold Pilecki (1901–1948) und der Kampf gegen die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts

Im September 1940 ließ sich der polnische Offizier Witold Pilecki im besetzten Warschau bewusst verhaften – wenige Tage später war er Häftling Nr.…

Im September 1940 ließ sich der polnische Offizier Witold Pilecki im besetzten Warschau bewusst verhaften – wenige Tage später war er Häftling Nr. 4859 im erst seit kurzem bestehenden Konzentrationslager Auschwitz. Pilecki, der der geheimen polnischen Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzungsmacht angehörte, hatte zwei wesentliche Aufträge: einerseits sollte er im Lager, dessen Häftlinge damals zum größten Teil polnische Bürger waren, Widerstandsgruppen aufbauen, andererseits sollte er Berichte über die Zustände dort nach außen schmuggeln. Beides hat Pilecki geschafft, obwohl er selbst der äußerst brutalen Behandlung durch die Wachmannschaften unterlag und in ständiger Lebensgefahr schwebte. Er selbst sprach später davon, das Lager sei der »Prüfstein des Charakters«.

Nach seiner Flucht aus Auschwitz im Sommer 1943 beteiligte sich der verheiratete Familienvater und gläubige Katholik Pilecki weiter am Kampf gegen die Besatzer. Als Polen 1944/45 von der Roten Armee besetzt und eine kommunistische Diktatur errichtet wurde, setzte er den Widerstand mit gleicher Entschlossenheit fort. Im Frühjahr 1948 wurde Witold Pilecki verhaftet, schwer gefoltert und nach einem Schauprozess am 26. Mai 1948 ermordet. Die Veranstaltung erinnert 70 Jahre nach seinem Tod an Witold Pilecki, der bislang in Deutschland kaum bekannt ist. Zugleich wird die Arbeit des 2016 gegründeten »Witold Pilecki Center for Totalitarian Studies« in Warschau vorgestellt.

In Kooperation mit: Polnisches Institut Düsseldorf

Foto: Margarete Polok
19. September, 15:00 - 17:00

Bücher im Gespräch: Georgien

Buchvorstellungen georgischer Autoren

Als Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse hat Georgien im Oktober Gelegenheit, seine Literatur und…

Buchvorstellungen georgischer Autoren

Als Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse hat Georgien im Oktober Gelegenheit, seine Literatur und Kultur einem breiten Publikum vorzustellen. Das kleine Land am Rande Europas gehört zu den ältesten europäischen Kulturnationen. Seine Ursprünge reichen bis in die antike Sagenwelt, als zweitältestes christliches Land der Welt ist Georgien tief im Christentum verwurzelt. Das georgische Alphabet mit 33 kunstvoll geschwungenen Buchstaben wurde kürzlich zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. So vielfältig und einzigartig wie das Land ist auch die Literatur aus und über Georgien. Bei »Bücher im Gespräch« stellen wir ausgewählte Werke von georgischen Autoren und über Georgien vor.

Anmeldung bis 18. September: bibliothek@g-h-h.de oder Tel. 0211-1699130

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Stern der Morgenröte erscheint – das Gastland der Frankfurter Buchmesse GEORGIEN in Düsseldorf; Alle Termine der Reihe unter www.literaturbuero-nrw.de;

In Kooperation mit: Heinrich-Heine-Institut, Literaturbüro NRW, zakk, Zentralbibliothek

19. September, 19:00 - 21:00

Nic jako dřív / Nothing Like Before

Tschechischer DokFilm am Mittwoch
CZ 2017, 92 Min., OmeU, Regie: Lukáš Kokeš, Klára Tasovská

Diskos, schlecht bezahlte Schülerjobs, unentschuldigte…

Tschechischer DokFilm am Mittwoch
CZ 2017, 92 Min., OmeU, Regie: Lukáš Kokeš, Klára Tasovská

Diskos, schlecht bezahlte Schülerjobs, unentschuldigte Fehlstunden und ungewollte Schwangerschaften. Der Film über das Leben von Teenagern in Varnsdorf zeigt, wie schwierig das Erwachsenwerden in einer Kleinstadt im nordböhmischen Grenzgebiet ist. Teo, Renata, Anička und Nikola sind neunzehn, sie besuchen die gleiche Schule und haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Teo will keine Pflichten akzeptieren und droht von der Schule zu fliegen. Renata schwänzt die Schule und übernimmt lieber Nachtschichten in einem Café. Anička und Nikola erhalten zwar die Möglichkeit zu einem Praktikum in einem Hotel in Griechenland, der unangenehme Chef lässt sie dort jedoch nur die Flure wischen.
In ihrer Heimatstadt Varnsdorf eröffnen sich ihnen keine großen Perspektiven. Die Aussicht auf eine baldige Unabhängigkeit erscheint den vieren verlockend, aber wirklich reif für das Erwachsenenleben sind sie noch lange nicht. Sie ahnen, dass sie bald an einem Wendepunkt im Leben sind, wissen aber nicht, in welche Richtung es gehen soll. Die Regisseure Klára Tasovská und Lukáš Kokeš porträtieren sie aus unmittelbarer Nähe und in Momenten großer Verletzlichkeit. »Nic jako dřív« lief im Wettbewerb des IDFA Festivals 2017 in Amsterdam und wurde bei Finále Plzeň 2018 als bester Dokumentarfilm geehrt.
In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Düsseldorf

21. September - 02. November

Rebellion im Dorf. Düsseldorf ’68

Ausstellung

Eröffnung: 21. September, 19 Uhr

Das Jahr 1968 steht als Chiffre für eine Zeit des Umbruchs und gesellschaftlichen Aufbruchs. Die…

Ausstellung

Eröffnung: 21. September, 19 Uhr

Das Jahr 1968 steht als Chiffre für eine Zeit des Umbruchs und gesellschaftlichen Aufbruchs. Die damaligen Proteste der jungen Generation richteten sich gegen das in den 60ern vorherrschende restaurative Gesellschaftsklima und gegen althergebrachte Leitwerte wie Gehorsam, Disziplin, Pflichterfüllung und Autorität. Stattdessen galten Demokratie, Frieden, Freizügigkeit, Antiimperialismus und Solidarität als Ideale.

Die Ausstellung präsentiert ein Projekt der Keyworker Oberkasselplus, welche durch autobiografische Aspekte und den lokalen Bezug zu Düsseldorf diese Zeit wieder lebendig werden lassen wollen. Es werden Ereignisse, Entwicklungen, Gruppen, Aktionen und Netzwerke, die für Düsseldorf und die kulturgeschichtliche Umbruchzeit um 1968 wichtig waren, gezeigt. Denn auch wenn Düsseldorf nicht als Zentrum der 68er Protestbewegungen gilt, gab es auch hier Demonstrationen und Proteste auf der Straße, an der Uni, der Kunstakademie und in Schulen. In den 60er-Jahren wurden »linke« Kneipen wie das Creamcheese eröffnet, Kinderläden und Bürgerinitiativen entstanden und auch die Musik-, Mode- und Werbeszene ließ sich von dem sich wandelnden Lebensgefühl inspirieren. Durch Begleitveranstaltungen (siehe www.g-h-h.de) wie Konzerte, Diskussionen, Lesungen oder ein Erzählcafé soll das Thema der 68er ebenfalls vertieft und die Besucher dazu ermuntert werden, sich selbst einzubringen und ihre Meinungen auszutauschen.

Laufzeit der Ausstellung: 22. September bis 2. November 2018

26. September, 17:00 - 19:00

+++Entfällt+++ "When Pop Broke Politics"

Leider muss die oben genannte Begleitveranstaltung zu der Ausstellung "Rebellion im Dorf. Düsseldorf '68" ausfallen. Ein Ersatztermin ist leider nicht…

Leider muss die oben genannte Begleitveranstaltung zu der Ausstellung "Rebellion im Dorf. Düsseldorf '68" ausfallen. Ein Ersatztermin ist leider nicht vorgesehen. Wir bitten um Ihr Verständnis!

Foto: Wikipedia
27. September, 19:00 - 21:00

»Die Welt muß anders werden, 
russischer...« Alexander Schmorell, die »Weiße Rose« und der Widerstand gegen die NS-Diktatur

Vortrag und Gespräch mit Christiane Moll

Alexander Schmorell ist noch immer weniger bekannt als Sophie und Hans Scholl, gleichwohl war seine…

Vortrag und Gespräch mit Christiane Moll

Alexander Schmorell ist noch immer weniger bekannt als Sophie und Hans Scholl, gleichwohl war seine Bedeutung für Entstehung und inhaltliche Arbeit der studentisch geprägten Widerstandsgruppe »Weiße Rose« zweifellos nicht geringer. Medizinstudent wie Hans Scholl, spielte Schmorell nicht zuletzt für die prägende Russlanderfahrung von einigen Angehörigen der Gruppe eine zentrale Rolle. Die Studenten wurden vorübergehend als Sanitäter an der Ostfront eingesetzt. Konfrontiert mit der brutalen Kriegsrealität, festigte sich dort ihr Wille zum Widerstand gegen die NS-Diktatur. Dies umso mehr, als sie über Schmorell Kontakt zur rücksichtslos ausgebeuteten und unterdrückten russischen Zivilbevölkerung und zu Kriegsgefangenen aufnehmen konnten, wodurch die rassenideologische Lüge von deren angeblichem »Untermenschentum« endgültig zerfiel.

Alexander Schmorell sprach Russisch ebenso gut wie Deutsch, denn er wurde 1917 in Orenburg (Südrussland) geboren; sein Vater stammte aus einer im 19. Jahrhundert ins Zarenreich eingewanderten ostpreußischen Familie, seine Mutter war Russin. 1921 war die Familie Schmorell angesichts der Errichtung der bolschewistischen Diktatur nach Deutschland zurückgekehrt.

Alexander Schmorell wurde bald nach den Geschwistern Scholl im Frühjahr 1943 verhaftet, vom »Volksgerichtshof« zum Tode verurteilt und am 13. Juli 1943 ermordet. Sein 75. Todestag ist besonderer Anlass zur Erinnerung an ihn. Die Historikerin Christiane Moll hat 2011 die Briefe Alexander Schmorells an Familie und Freunde vollständig ediert und einleitend dessen Leben, Überzeugungen und seinen Anteil an der Entstehung der Flugblätter der »Weißen Rose« umfassend untersucht.