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September 2017

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01. September - 16. Oktober

In der Wahrheit leben – Aus der Geschichte von Widerstand und Opposition in den Diktaturen im 20. Jahrhundert

Ausstellungseröffnung: 1.September – 17.00 Uhr
EINFÜHRUNG: Dr. Katja Schlenker  Kuratorin GHH | Thorsten Nolting  Vorstandsvorsitzender Diakonie…

Ausstellungseröffnung: 1.September – 17.00 Uhr
EINFÜHRUNG: Dr. Katja Schlenker  Kuratorin GHH | Thorsten Nolting  Vorstandsvorsitzender Diakonie Düsseldorf | Manfred Binder Keyworker Oberkasselplus

Die deutsch-polnische Ausstellung »In der Wahrheit leben - Aus der Geschichte von Widerstand und Opposition gegen die Diktaturen im 20. Jahrhundert« ist eine Wanderausstellung der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung aus dem niederschlesischen Kreisau. Sie zeigt an ausgewählten Biografien oppositionelles, widerständisches Handeln gegen den Nationalsozialismus und in kommunistischen Diktaturen der ostmitteleuropäischen Länder nach dem Zweiten Weltkrieg – in Polen, der Tschechoslowakei, in der DDR.

Schwerpunkt des in Düsseldorf gezeigten Programms liegt auf dem Widerstand des »Kreisauer Kreises«, einer Gruppe, die sich 1940 um Helmuth James Graf von Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg bildete und deren gewaltfreies Ziel eine staatliche und gesellschaftliche Neuordnung für Deutschland nach dem Ende des NS-Regimes war. Der Name »Kreisauer Kreis« ist angelehnt an das Gut Kreisau der Familie von Moltke. Nach dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurden auch zahlreiche Mitglieder des Kreisauer Kreises verhaftet. Helmuth James von Moltke schriebt in einem seiner letzten Briefe vor seiner Hinrichtung in Berlin Plötzensee: » … wir werden gehenkt, weil wir zusammen gedacht haben«.

In Kooperation mit: Deutsch-Polnisches Jugendwerk, Kreisau-Initiative und Keyworker Oberkasselplus

05. September, 16:00 - 18:00

Zwischen Begeisterung und Angst. Kinder und Jugendliche in der Zeit des Nationalsozialismus

Begleitprogramm zur Ausstellung »IN DER WAHRHEIT LEBEN«
Lesung der »Geschichtsschreiber« mit anschließendem Gespräch. Wie haben Kinder und Jugendliche…

Begleitprogramm zur Ausstellung »IN DER WAHRHEIT LEBEN«
Lesung der »Geschichtsschreiber« mit anschließendem Gespräch. Wie haben Kinder und Jugendliche die Zeit des Nationalsozialismus erlebt? Wie wurde ihr Alltag beeinflusst? Wie reagierten die Eltern? Freiwillige »Geschichtsschreiber« haben im Rahmen eines Projekts des Arbeiter-Samariter-Bundes die Erinnerungen älterer Düsseldorferinnen und Düsseldorfer aufgeschrieben und
lesen Auszüge daraus.
In Kooperation mit: Arbeiter-Samariter-Bund

Jiří Hásek; Foto sofiapoetics.eu
07. September, 19:00 - 21:00

ABEND DES TSCHECHISCHEN UNDERGROUNDS

TEXT: J. H. Krchovský (mit dt. Übersetzung)
TON: J. H. Krchovský and Krch-off Band + Andrej Polanský wtf Emül Langman   

Tickets: VVK 8,50 €: www.zak…

TEXT: J. H. Krchovský (mit dt. Übersetzung)
TON: J. H. Krchovský and Krch-off Band + Andrej Polanský wtf Emül Langman   

Tickets: VVK 8,50 €: www.zakk.de; Abendkasse 12 €: GHH, Bismarckstr. 90, www.g-h-h.de
J. H. Krchovský gilt als der bekannteste zeitgenössische tschechische Dichter. Krchovskýs Texte tragen einen grotesken Stil und kreisen mit Vorliebe um Themen wie Tod, Schmerz und Frustration, eingewebt in eine Wolke von Alkohol und Erotik. J. H. Krchovský hat mehr als 20 Bücher publiziert, seine Gedichte sind in 16 Sprachen übersetzt. Bekannte tschechische Bands haben sie vertont, so z.B. die legendäre Band The Plastic People of the Universe, Hudba Praha, Divoký srdce, Echt! oder Nahoru po schodišti dolů band. Seit 2007 spielt J. H. Krchovský mit seiner Krch-off Band als Gitarrist und Sänger.

Andrej Polanský wtf Emül Langman stellen den Einfluss von The Velvet Underground auf den tschechischen Underground vor, für den The Velvet Underground essentiell waren. Obwohl nur als Duo auf der Bühne, klingen die Tschechen wie eine komplette Band. »Hypnotisierend-archaische Musik zwischen Velvet Underground und minimalistischen Apocalyptica«, lobt die Presse. 2016 spielten sie mehrfach in Deutschland, wobei die Medien den Auftritt in Ulm als »das tollste Konzert des Jahres« bezeichneten. Im GHH waren sie schon einmal kurz zu Gast – im Januar 2017 zur Veranstaltung »Das Erbe der Charta 77«.


Eine Kooperation von: Tschechisches Zentrum Düsseldorf, zakk, Respekt und Mut, Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

Jüdische Schulkasse 1938 in Breslau
12. September, 19:00 - 21:00

Wir sind Juden aus Breslau

Dokumentarfilm D 2016, 108 Min., Regie: Karin Kaper und Dirk Szuszies
Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau,…

Dokumentarfilm D 2016, 108 Min., Regie: Karin Kaper und Dirk Szuszies
Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Doch als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, änderte sich alles. In ihrem Dokumentarfilm lassen Karin Kaper und Dirk Szuszies 14 jüdische Zeitzeugen mit polnischen und deutschen Schülern in Breslau zusammentreffen. Die 90-Jährigen erzählen den Jungen aus der Zeit, als sie in deren Alter waren. Als Heranwachsende wurden sie diskriminiert, einige gingen ins Exil, andere überlebten die Gräueltaten im Konzentrationslager von Auschwitz. Ob in den USA, England, Frankreich oder auch Deutschland, sie alle bauten sich später ein neues Leben auf, wurden Wissenschaftler, Künstler, Publizisten. Über ihr Schicksal sprechen die Protagonisten ohne Selbstmitleid und sehr detailgetreu. In 14 Lebensläufen entsteht so eine Reise in die Vergangenheit, die die Zuschauer um die halbe Welt führt. Eine bewegende, perspektivenreiche Dokumentation über Breslau und seine ehemalige jüdische Bevölkerung.
Im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur Dirk Szuszies

13. September, 19:00 - 21:00

Soukromý vesmír / Private Universe

Tschechischer DokFilm am Mittwoch
CZ 2012, 86 Min., OmeU, Regie: Helena Třeštíková

Helena Třeštíková ist eine der bekanntesten Filmregisseurinnen…

Tschechischer DokFilm am Mittwoch
CZ 2012, 86 Min., OmeU, Regie: Helena Třeštíková

Helena Třeštíková ist eine der bekanntesten Filmregisseurinnen Tschechiens. »Soukromý vesmír« ist ihr bisher längstes Dokumentarfilmprojekt, bereits vor 37 Jahren hat sie mit den Dreharbeiten begonnen. Mit dem Kurzfilm über eine Frau in den Wochen vor und nach der Geburt ihres Kindes beendete sie ihr Studium an der Filmhochschule FAMU. Damals hatte die Regisseurin ihre Freundin Jana vor die Kamera geholt und dabei auch die Geburt deren ersten Sohnes Honza festgehalten. Niemand, auch nicht Helena Třeštíková selbst, ahnte, dass sie die Familie dann jahrzehntelang filmisch begleiten würde.
Entstanden ist ein faszinierendes Zeugnis vom Alltag einer tschechischen Familie: Jana und ihr Mann Petr ziehen drei Kinder groß, verlassen die Großstadt Prag und gehen aufs Land, sie feiern Geburtstage, Einschulungen und Hochzeiten, erleben frohe und traurige Stunden und schließlich auch die politische Wende. Sie stehen vor neuen Herausforderungen und Chancen – und meistern weiter ihr Leben. Nur die immer gleichen Neujahrsansprachen im Fernsehen werden von neuen Präsidenten verlesen und der allgegenwärtige Karel Gott erfindet sich neu.

15. September - 27. Oktober

Deutschland zwischen Besatzungszonen und Zwei-Staaten-Lösung (1945–1957)

Ausstellung Briefmarkenmotive
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste das besiegte Deutschland völlig neu strukturiert werden. Die Siegermächte…

Ausstellung Briefmarkenmotive
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste das besiegte Deutschland völlig neu strukturiert werden. Die Siegermächte beschlossen die Teilung des Landes in vier Sektoren. Diese Teilung bestimmte das Leben und nahm Einfluss auf die Verwaltung in den einzelnen Sektoren. So auch auf ihre Post und die Gestaltung der Briefmarken. Heute fungieren diese als stumme Zeitzeugen und geben Aufschluss über Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung der Besatzungsmächte. So spiegeln sie die Bewältigung der nationalsozialistischen Vergangenheit wider und präsentieren neue Vorbilder und Werte.
Die Basis für diese Ausstellung bildet die Briefmarkensammlung von Uwe Lejeune, welche er der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Die Ausstellung wird in sechs Themenblöcken von je sechs Wochen Laufzeit vor der Bibliothek (2. Etage) gezeigt.
Laufzeit der Ausstellung: 15. September bis 27. Oktober

19. September, 19:00 - 21:00

Dešťová hůl (Der Regenstab)

Lesung mit dem Autor Jiří Hájíček
Der Roman »Dešťová hůl« des begnadeten Erzählers Jiří Hájíček war eines der wichtigsten tschechischen Bücher des…

Lesung mit dem Autor Jiří Hájíček
Der Roman »Dešťová hůl« des begnadeten Erzählers Jiří Hájíček war eines der wichtigsten tschechischen Bücher des vergangenen Jahres. Es wurde zum Buch des Jahres 2016 gewählt und im Frühjahr 2017 mit dem Preis Česká kniha ausgezeichnet. Der aus Südböhmen stammende und mit seiner Heimatregion auch literarisch eng verbundene Autor erzählt in seinem neuen Buch eine spannende Geschichte, in der es um Bodenspekulation und betrügerische Machenschaften auf dem Lande geht.
Der Grundstücksverwalter Zbyněk will seiner ehemaligen Geliebten in einer anscheinend einfachen Eigentumsangelegenheit helfen. Dazu kehrt er aufs Land zurück, in die Welt seiner Kindheit und Jugend. Dort kommt er nicht nur betrügerischen Machenschaften von angesehenen Gemeindevertretern auf die Spur, sondern muss sich eine persönliche Krise und Eheprobleme eingestehen. Zbyněk kämpft mit Schlaflosigkeit, irrt durch Katasterkarten und Landschaften – und über ihm schwebt geistergleich ein wahnwitziger Dorf-Aviator aus dem 18. Jahrhundert. Im entscheidenden Augenblick trägt Zbyněk Kriegsbemalung auf und zieht in den Kampf, um eines Morgens nicht als ein anderer zu erwachen. Mit dem Roman beendet Hájíček seine in loser Folge erschienene »ländliche Trilogie der moralischen Unruhe«. Das Düsseldorfer Publikum hat nun noch vor Erscheinen einer deutschen Übersetzung die Möglichkeit, Autor und Roman kennenzulernen. Die Übersetzerin Doris Kouba hat dafür Auszüge ins Deutsche übertrage

20. September, 15:00 - 17:00

Bücher im Gespräch: Martin Luther und die Reformation

Leseinspirationen aus der Bibliothek
Ob Martin Luther wirklich am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg nagelte, ist…

Leseinspirationen aus der Bibliothek
Ob Martin Luther wirklich am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg nagelte, ist umstritten. Sicher aber ist, dass er damit eine der größten gesellschaftlichen Veränderungen der Neuzeit auslöste – die Reformation. Unter diesem Themenschwerpunkt stellen wir Ihnen im Lutherjahr ausgewählte Neuerscheinungen zu Martin Luther und der Reformation vor.

  • Anmeldung bis 18. September: bibliothek@g-h-h.de oder 0211-1699129
21. September, 19:00 - 21:00

Geschichte einer Liebe - Freya

Begleitprogramm zur Ausstellung »IN DER WAHRHEIT LEBEN«
Dokumentarfilm D 2016, 87 Min.
»Mit großem Glück lese ich Deine Briefe immer wieder«, schrieb…

Begleitprogramm zur Ausstellung »IN DER WAHRHEIT LEBEN«
Dokumentarfilm D 2016, 87 Min.
»Mit großem Glück lese ich Deine Briefe immer wieder«, schrieb der NS-Widerstandskämpfer Helmuth James Graf von Moltke während seiner Haft in der Strafanstalt Berlin-Plötzensee an seine Frau Freya. Der Briefwechsel zwischen dem Ehepaar ist ein wichtiges historisches Dokument und ebenso Zeugnis einer bewegenden Liebe, die mit der Hinrichtung von Helmuth James von Moltke im Januar 1945 durch das NS-Regime ein jähes Ende fand. Antje Starost und Hans Helmut Grotjahn haben sich in ihrem Dokumentarfilm diesem letzten Kapitel in der Beziehung der beiden Mitbegründer des »Kreisauer Kreises« angenommen. Interviews mit Freya von Moltke aus dem Jahr 2001 bilden die Grundlage für den Film und werden mit Ausschnitten aus den Briefen umspielt, gelesen von Nina Hoss und Ulrich Matthes. Trauer, Angst und Verzweiflung kommen zum Ausdruck, aber auch die Gewissheit, das Richtige getan zu haben.
Was Freya von Moltke bleibt, ist die Erinnerung an ihren Mann, die ihr auch die Diktatur nicht nehmen kann: »Jetzt lebst Du noch bei mir, und eines Tages wirst Du eben plötzlich nicht mehr auch bei mir, sondern nur in mir, anders weiterleben.«

Im Anschluss Gespräch mit den Regisseuren Antje Starost und Hans Helmut Grotjahn.

22. September, 19:00 - 21:00

Spätsommerliches Serenadenkonzert

mit Klaus-Peter Riemer (Flöte) und Miyuki Brummer (Klavier)
Der Sommer neigt sich dem Ende und wird mit einem spätsommerlichen Konzert verabschiedet.…

mit Klaus-Peter Riemer (Flöte) und Miyuki Brummer (Klavier)
Der Sommer neigt sich dem Ende und wird mit einem spätsommerlichen Konzert verabschiedet. Auf dem Programm des Abends stehen Serenaden von Frédéric Chopin, Franz Schubert, Johann Sebastian Bach sowie Carl Ditters von Dittersdorf, die die Pianistin Miyuki Brummer und der Flötist Klaus-Peter Riemer zum Besten geben.

Zerstörte Lagerbaracke nach dem Anschlag, Juli 1944; Foto wikipedia
26. September, 18:00 - 20:00

Zeitzeugengespräch über Claus Schenk Graf von Stauffenberg und den 20. Juli 1944

Begleitprogramm zur Ausstellung »IN DER WAHRHEIT LEBEN«
Moderiertes Gespräch mit Kurt Salterberg, der damals als 21jähriger Wachsoldat in der…

Begleitprogramm zur Ausstellung »IN DER WAHRHEIT LEBEN«
Moderiertes Gespräch mit Kurt Salterberg, der damals als 21jähriger Wachsoldat in der Wolfsschanze das gescheiterte Attentat gegen Hitler miterlebte.

27. September, 15:00 - 17:00

Führung in der Dauerausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Begleitprogramm zur Ausstellung »IN DER WAHRHEIT LEBEN«
Veranstaltungsort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 26
Anmeldung: Manfred Binder,…

Begleitprogramm zur Ausstellung »IN DER WAHRHEIT LEBEN«
Veranstaltungsort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 26
Anmeldung: Manfred Binder, fred-bin@mailbox.org
In Kooperation mit: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Ilja Ehrenburg und Pablo Picasso (hier 1966) verband eine enge Freundschaft. Picasso gestaltete Ehrenburgs Grabstein auf dem Nowodewitschi-Friedhof in Moskau.
27. September, 19:00 - 21:00

Zwischen allen Stühlen – Ilja Ehrenburg 1891-1967

Vortrag von Dr. Peter Jahn
Moskauer, Jude, Sozialist, Schriftsteller, Journalist, Frankophiler, Kosmopolit, großer Kommunikator unter den europäischen…

Vortrag von Dr. Peter Jahn
Moskauer, Jude, Sozialist, Schriftsteller, Journalist, Frankophiler, Kosmopolit, großer Kommunikator unter den europäischen Intellektuellen und Künstlern im kulturellen und politischen Umbruch von der Jahrhundertwende bis in die 1960er-Jahre und Hassobjekt, alles das, aber noch viel mehr war dieser Ilja Gregorjewitsch Ehrenburg. 1891 in Kiew in eine bürgerlich-jüdische Familie hineingeboren, schloss sich als Schüler in den Jahren nach der Revolution 1905 einer bolschewistischen Untergrundbewegung an und suchte mit 18 Jahren in Paris Exil, das mit Unterbrechungen seine Heimat bis 1929 wurde. Hier kam er mit der künstlerischen Avantgarde in Kontakt – Picasso und Modigliani, Ferdinand Leger, Diego Rivera, traf Jean-Paul Sartre, Leo Trotzki, André Gide und Ernest Hemingway. Im Ersten Weltkrieg berichtete er als Journalist von der französisch-deutschen Frontlinie von der Gewalt des Krieges. 1917 reiste er aus Frankreich für einige Zeit nach Russland zurück, der Oktoberrevolution wegen.

1936 ging er als Kriegsberichterstatter nach Spanien für die »Iswestija«, kehrte für kurze Zeit nach Moskau zurück, wo er den Schauprozess gegen seinen Schulkameraden Nikolai Bucharin als Zuschauer miterleben musste. Auch seine jüdischen Freunde Isaak Babel und Ossip Mandelstamm fielen später Stalins antisemitischem Vorgehen zum Opfer, welche Ehrenburg selbst überlebte.

Nach Stalins Tod schrieb Ehrenburg als erster sowjetischer Schriftsteller über das stalinistische Erbe. »Tauwetter« gab auch den Namen für die politische Epoche und das gesellschaftliche Erwachen nach Stalins Tod. Mit diesem Buch, das den Nerv der jugendlichen und antistalinistischen Kräfte traf, wurde Ehrenburg einer der wichtigsten Lehrer der Generation »Sechziger«.

Der Historiker Peter Jahn hat sich in seiner Forschungstätigkeit auf Osteuropa spezialisiert. Ab 1993 war er an der Gestaltung der Dauerausstellung im deutsch-russischen Museum Berlin-Karlshorst beteiligt. Er gründete die Initiative »Ort der Erinnerung an die Opfer der NS-Lebensraumpolitik in Osteuropa«.

Foto: Manuscript Department, Pushkin Museum of Fine Arts, Moscow

29. September, 19:00 - 21:00

Heimat – fremde Ferne?

Lieder und Texte vom Fortgehen und Ankommen, aus Heimat und Exil
Was ist Heimat – ein Ort, ein Gefühl? Ist es die Familie, sind es die Freunde? Und…

Lieder und Texte vom Fortgehen und Ankommen, aus Heimat und Exil
Was ist Heimat – ein Ort, ein Gefühl? Ist es die Familie, sind es die Freunde? Und wie weit muss man von ihr weggehen, damit sie zur Ferne, zur Fremde wird? Viele Gründe kann es geben, die Heimat zu verlassen: Manche wenden ihr aus eigenem Entschluss den Rücken zu, aus Enttäuschung oder aus Sehnsucht nach Neuem, Fremden, vielleicht aus Fernweh. Andere müssen sie verlassen, weil sie dazu gezwungen werden – Krieg, Flucht und Vertreibung ziehen sich durch die Geschichte und sind heute so aktuell wie vor 2000 Jahren. Aus der Ferne betrachtet sieht die Heimat anders aus, wird zum Sehnsuchtsort, verklärt und verändert sich in der Erinnerung. Wie schauen wir auf sie zurück – mit Liebe, Hass, Wehmut? Verbinden wir sie mit Liedern, Bildern, mit Gerüchen und besonderen Genüssen?
Alexandra Lachmann (Gesang), Elke Jahn (Gitarre) und Uli Hoch (Lesung) nehmen sich in ihrem Programm dieses Themas an. In Liedern aus Renaissance, Romantik und Moderne spiegelt sich das Thema auf verschiedenste Weise wider. Texte aus Deutschland, Tunesien, aus dem Baltikum und dem ehemaligen Ostpreußen beleuchten es.