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Juni 2019

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Marianne Moore
Rose Ausländer
15. Mai - 13. Juli

»Liebstes Fräulein Moore – Wonderful Rose«. Rose Ausländer und Marianne Moore

AUSSTELLUNG

Eröffnung: 15. Mai, 19 Uhr mit einem Vortrag von Helmut Braun

Rose Ausländer emigrierte 1946 ins Exil nach New York. Die Shoa hatte sie…

AUSSTELLUNG

Eröffnung: 15. Mai, 19 Uhr mit einem Vortrag von Helmut Braun

Rose Ausländer emigrierte 1946 ins Exil nach New York. Die Shoa hatte sie nachhaltig gezeichnet. Psychisch und physisch krank war ihr Dichten nicht möglich. Als sie diese Lebensphase überwunden hatte, schrieb sie ihre Gedichte in englischer Sprache. Das Schreiben in der Muttersprache, die »zur Mördersprache geronnen« war, war ihr verwehrt. Zeitgenössische amerikanische Dichterinnen und Dichter wurden ihre Vorbilder. Bald aber fand sie zu ihrem eigenen meisterhaften Stil. Die berühmte amerikanische Poetin Marianne Moore wurde ihr zur Freundin. Die Ausstellung zeigt Manuskripte und Typoskripte der englischen Gedichte, den Briefwechsel zwischen Rose Ausländer und Marianne Moore und Fotos und Dokumente aus den Jahren 1947 bis 1956. 

Laufzeit der Ausstellung: 16. Mai bis 13. Juli 2019

In Kooperation mit: Helmut Braun (Köln) und der Rose Ausländer-Gesellschaft e. V., Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf e. V., Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Stettin, altes Rathaus
03. Juni, 18:00 - 19:30

Von Warschau nach Stettin – Auf den Spuren der polnisch-deutschen Geschichte seit 1772

Vortrag von Prof. Dr. Winfrid Halder

Nicht ganz 101 Jahre nach der staatlichen Wiederbegründung Polens am Ende des Ersten Weltkriegs zeichnet der…

Vortrag von Prof. Dr. Winfrid Halder

Nicht ganz 101 Jahre nach der staatlichen Wiederbegründung Polens am Ende des Ersten Weltkriegs zeichnet der Vortrag die wichtigsten Grundlinien der Geschichte unseres größten ostmitteleuropäischen Nachbarlandes seit den folgenreichen »polnischen Teilungen« im ausgehenden 18. Jahrhundert nach. Der Blick richtet sich dabei besonders auf die wechselvollen Beziehungen zwischen Polen und Deutschen. 

In Kooperation mit: Freundeskreis Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität e. V.

Foto: Hartmut Bühler
04. Juni, 18:00 - 19:30

DarasHeineWilde & Co. contra Amazon & Zeitgeist. Düsseldorfer Antiquariate in Bedrängnis.

Ausstellung, Fotografien von Hartmut Bühler

Eröffnung: 4. Juni, 18 Uhr

Wenn sich vom 6. bis 10. Juni auf der Düsseldorfer Königsallee wieder alles…

Ausstellung, Fotografien von Hartmut Bühler

Eröffnung: 4. Juni, 18 Uhr

Wenn sich vom 6. bis 10. Juni auf der Düsseldorfer Königsallee wieder alles rund um Bücher und Literatur dreht, gehören die Antiquariate und ihr Angebot unbedingt zum Besuchsprogramm der Bücherliebhaber und -sammler. In Düsseldorf und Neuss existieren derzeit zwölf Bücherantiquariate. Nicht alle werden mehr als Antiquariat im traditionellen Sinn geführt. Manche Inhaber sind inzwischen nur noch Versandbuchhändler, bestellt wird per Telefon oder E-Mail. So wie Kerstin und Patrice Daras, die ihr Geschäft Ende 2017 in der Derendorfer Straße 43 aufgegeben haben. Auch das Hofladen-Antiquariat Ganseforth in der Hohe Straße 47 hat 2018 für immer geschlossen. Hartmut Bühler, seit 1989 freier Fotograf, spezialisiert auf Persönlichkeiten in Kunst, Kultur und Wirtschaft, gibt mit seinen Fotografien Einblick in die Welt der Düsseldorfer Antiquariate, seine Protagonisten waren u. a. Kerstin und Patrice Daras, Stephan Lustenberger vom Heinrich-Heine-Antiquariat (Citadellstraße 9) und Christoph Wilde in der Birkenstraße 48. 

Laufzeit der Ausstellung: 5. Juni bis 4. Juli 2019

In Kooperation mit: Literaturbüro NRW

Donaubrücke Vidin
05. Juni, 15:00 - 16:30

Viel besungen, hart umkämpft – die Donau

Ein europäischer Fluss in der Literatur – Bücher im Gespräch

Die Donau verbindet und trennt. Sie ist Handelsstraße und multinationale Kulturbrücke,…

Ein europäischer Fluss in der Literatur – Bücher im Gespräch

Die Donau verbindet und trennt. Sie ist Handelsstraße und multinationale Kulturbrücke, aber auch Trennlinie zwischen den an ihren Ufern lebenden Völkern. Zehn europäische Staaten sind unmittelbare Donauanrainer. Vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer durchquert der Strom Mittel- und Südosteuropa und passiert vier Hauptstädte – Wien, Bratislava, Budapest und Belgrad. Bis in die jüngste Vergangenheit als Grenze hart umkämpft, übt die Donau auf Schriftsteller eine große Faszination aus und inspiriert sie zu Gedichten, Erzählungen und Romanen. Im Mittelpunkt der literarischen Entdeckungsreise stehen Werke von Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Ländern, durch die die Donau fließt – vorgetragen von Anne Geppert, Dina Horn und Margarete Polok. 

Anmeldung bis 4. Juni unter bibliothek@g-h-h.de oder 0211-16991-30

»Sturm«, Blatt 5 aus dem Weberaufstand-Zyklus von Käthe Kollwitz
05. Juni, 19:00 - 20:30

Der schlesische Weberaufstand 1844 und sein Widerhall in der Literatur

Vortrag von Reinhard Grätz

Aus einem kleinen spontanen Protestzug von etwa 20 Arbeitern entstand in wenigen Junitagen des Jahres 1844 eine Revolte,…

Vortrag von Reinhard Grätz

Aus einem kleinen spontanen Protestzug von etwa 20 Arbeitern entstand in wenigen Junitagen des Jahres 1844 eine Revolte, die als der »Schlesische Weberaufstand« in die Geschichte eingehen sollte. Als der Protest durch das preußische Militär niedergeschlagen und elf Arbeiter getötet wurden, fand der Aufstand in der Presse gewaltige Beachtung. Unter dem Eindruck der Vorgänge verfasste Heinrich Heine noch im selben Jahr sein Gedicht »Die armen Weber«, Gerhart Hauptmann schrieb 50 Jahre später sein Drama »Die Weber«, Käthe Kollwitz und Emil Orlik schufen ikonographische Darstellungen der verarmten, unterdrückten Arbeiter. Damit haben sie wesentlich dazu beigetraten, dass der unorganisierte Aufstand der schlesischen Weber zu einem Mythos in der deutschen Geschichte wurde. Zum 175. Jahrestag des Weberaufstands stellt Reinhard Grätz in seinem Vortrag den Verlauf der Kämpfe, die Motive der rebellischen Weber und die literarische Bearbeitung der Geschehnisse dar. 

06. Juni, 19:00 - 20:30

»Ruhe gibt es nicht, bis zum Schluss«. Die Mann-Geschwister: auf den Spuren von Erika und Klaus

Szenische Lesung, Musik und Diskussion mit Ute Maria Lerner und Mark Weigel

Ein berühmtes Geschwisterpaar: Erika und Klaus Mann. Sie fühlten sich als…

Szenische Lesung, Musik und Diskussion mit Ute Maria Lerner und Mark Weigel

Ein berühmtes Geschwisterpaar: Erika und Klaus Mann. Sie fühlten sich als Zwillinge – obwohl ein ganzes Jahr zwischen ihnen lag. Vieles war ihnen gemeinsam: beide waren Schriftsteller, Bohemiens und Antifaschisten. Beide emigrierten aus Deutschland auf der Flucht vor den Nationalsozialisten. Erika Mann schrieb Kriegs- und Reisereportagen, Kinderbücher und Theaterstücke und wurde die wichtigste Mitarbeiterin ihres Vaters Thomas. Ihr Bruder Klaus wurde mit Romanen, Theaterstücken, Erzählungen und Essays bekannt. Die Hauptfigur seines berühmtesten Romans »Mephisto« war an Gustav Gründgens, den ersten Ehemann von Erika angelehnt. Als Klaus sich 1949 das Leben nahm, wurde Erika die Verwalterin seines literarischen Nachlasses. Sie selbst starb 1969.

Zu den besonderen Gedenktagen – 50. Todestag von Erika und 70. Todestag von Klaus – erinnern Ute Maria Lerner und Mark Weigel in einer szenischen Lesung an die berühmten Geschwister.

In Kooperation mit: Literaturbüro NRW

Bildquelle: Burkhard Riegels
08. Juni, 18:00 - 19:30

Wie kommt der Krieg ins Kind

Lesung und Gespräch mit Susanne Fritz

Ein vierzehnjähriges Mädchen wird im April 1945 auf der Flucht vor sowjetischen Truppen aufgegriffen, aus dem…

Lesung und Gespräch mit Susanne Fritz

Ein vierzehnjähriges Mädchen wird im April 1945 auf der Flucht vor sowjetischen Truppen aufgegriffen, aus dem Flüchtlingstreck heraus verhaftet und in ein polnisches Arbeitslager verschleppt. Drei Jahre muss sie dort Zwangsarbeit leisten, weil sie Deutsche ist. Erst 1948 wird sie entlassen und sieht in Deutschland ihre Familie wieder. Susanne Fritz berichtet vom Schicksal der eigenen Mutter, die dies als Jugendliche erlitten, über ihre schlimmen Erlebnisse im Lager aber nie gesprochen hat. Nach dem Tod der Mutter machte sich Susanne Fritz auf Spurensuche, recherchierte in polnischen Archiven, sprach mit Historikern und Zeitzeugen. Aus offiziellen Dokumenten, Briefen, Tagebüchern und Fotografien setzte sie die Biografie der Mutter zusammen und versuchte zu ergründen, wie die traumatischen Erfahrungen der Mutter in ihrem eigenen Leben fortwirken.

Susanne Fritz, geboren 1964, lebt in Freiburg im Breisgau. Sie schreibt Erzählungen, Romane, Hör- und Bühnenstücke sowie journalistische Texte und arbeitet als Regisseurin und Musikerin.

Quelle: privat
12. Juni, 19:00 - 20:30

Troll

Lesung und Gespräch mit Michal Hvorecky

In seinem Science-Fiction-Roman »Troll« zeichnet Michal Hvorecky ein düsteres Bild der Zukunft: Die EU ist…

Lesung und Gespräch mit Michal Hvorecky

In seinem Science-Fiction-Roman »Troll« zeichnet Michal Hvorecky ein düsteres Bild der Zukunft: Die EU ist zerfallen. In einem diktatorisch geführten Reich wird das Internet durch ein Heer von Trollen kontrolliert. Mit täglich neuen Denunzierungen, Halbwahrheiten, Gerüchten und Propagandameldungen lenken sie die öffentliche Meinung. Zwei Freunde, die in dieser totalitären Gesellschaft aufgewachsen sind, entwickeln immer stärkere Zweifel am Wahrheitsgehalt der Meldungen und beschließen, das staatliche System der Fehlinformationen von innen heraus zu stören. Die beiden heuern bei einer Trollfabrik an. Dabei entdecken sie ihre eigene Lust am Hass und geraten an die Grenzen ihres gegenseitigen Vertrauens. 

Michal Hvorecky, geboren 1976, lebt in Bratislava und zählt zu den renommiertesten Schriftstellern der Slowakei. Er hat bisher vier Romane veröffentlicht, seine Bücher wurden in zehn Sprachen übersetzt. Mit seinen journalistischen Texten engagiert er sich für die Pressefreiheit und gegen antidemokratische Strömungen in seiner Heimat. Hvorecky war mehrmals selbst Zielscheibe von Shitstorms und Hasskampagnen.

In Kooperation mit: Literaturbüro NRW

Quelle: Christopher Civitillo
13. Juni, 19:00 - 20:30

Die Hungrigen und die Satten

Lesung und Gespräch mit Timur Vermes

Wie bereits in seinem Romandebüt und Beststeller »Er ist wieder da« weiß Journalist und Autor Timur Vermes auch…

Lesung und Gespräch mit Timur Vermes

Wie bereits in seinem Romandebüt und Beststeller »Er ist wieder da« weiß Journalist und Autor Timur Vermes auch in »Die Hungrigen und die Satten« wieder seine satirischen Waffen radikal zu nutzen und zeigt ein Szenario, dessen größter Schrecken darin liegt, dass es sich genau so entwickeln könnte: Deutschland hat eine Obergrenze für Asylsuchende eingeführt, Europa ist bis nach Nordafrika hinein abgeriegelt. Jenseits der Sahara entstehen riesige Lager, in denen Millionen von Flüchtlingen warten. So lange, dass man in derselben Zeit zu Fuß gehen könnte, wäre das nicht der sichere Tod. Als die deutsche Starmoderatorin Nadeche Hackenbusch das größte dieser Lager besucht, erkennt der junge Lionel die einmalige Gelegenheit: Mit 150.000 Flüchtlingen nutzt er die Aufmerksamkeit des Fernsehpublikums und bricht zum Marsch nach Europa auf. Die Schöne und die Flüchtlinge werden zum Quotenhit. Und während sich der Sender über Werbemillionen freut, reagiert die deutsche Politik mit hilflosem Kleinreden und Aussitzen.

Moderation: Michael Serrer, Literaturbüro NRW

In Kooperation mit: Literaturbüro NRW

19. Juni, 19:00 - 20:30

Kytlice / Zimmer frei

Tschechischer DokFilm am Mittwoch
2012, 64 Min., OmdU, Regie: Rozalie Kohoutová

Die Dokumentarfilmerin Rozalie Kohoutová kehrt in das Dorf zurück, in…

Tschechischer DokFilm am Mittwoch
2012, 64 Min., OmdU, Regie: Rozalie Kohoutová

Die Dokumentarfilmerin Rozalie Kohoutová kehrt in das Dorf zurück, in dem sie als Kind ihre Sommerferien verbrachte. Auf dem Land hatte der Großvater ein Haus, in dem die ehemaligen deutschen Bewohner angeblich einen Schatz hinterlassen hatten. Als Erwachsene begibt sie sich hier auf eine ganz private, angenehm unaufgeregte Spurensuche. 

Die Regisseurin trifft einen Nachbarn, der inzwischen befreundet ist mit der Deutschen, die als Kind in seinem Haus gelebt hatte. Die beiden haben sogar ein gemeinsames Grab auf dem örtlichen Friedhof. Kohoutová trifft einen Bürgermeister, der den nach Kriegsende ermordeten Deutschen ein Denkmal errichtet, aber nicht die Identität der Täter verraten will. Sie trifft aber auch Leute, die über die Vergangenheit nicht sprechen wollen. Bei ihren Nachforschungen zur Geschichte und den langfristigen sozialen Folgen, die die Vertreibung der Deutschen bis heute hat, begegnen ihr Aufgeschlossenheit, Interesse und Empathie, aber eben auch Gleichgültigkeit und Ignoranz. 

Ständiger Begleiter der Regisseurin ist Ludk, ein naiver Maler und Patient in der örtlichen Psychiatrie. Seine Bilder illustrieren den Film. Seine manchmal erstaunlich hellsichtigen, zuweilen auch ungewollt komischen Kommentare verleihen dem mit leichter Hand gedrehten Dokfilm einen zuweilen absurden Unterton.


In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Berlin

Die 1938 zerstörte Breslauer Synagoge
26. Juni, 19:00 - 20:30

900 Jahre jüdisches Leben in Schlesien

Buchvorstellung und Gespräch mit Prof. Dr. Arno Herzig

In seinem neuen Buch beschreibt Arno Herzig die wechselvolle Geschichte der Juden in Schlesien…

Buchvorstellung und Gespräch mit Prof. Dr. Arno Herzig

In seinem neuen Buch beschreibt Arno Herzig die wechselvolle Geschichte der Juden in Schlesien von den ersten Ansiedlungen im 12. Jahrhundert bis zur heutigen Situation. Dargestellt werden neben den Diskriminierungen und Konflikten, denen die Juden bis hin zum Holocaust auch in Schlesien ausgesetzt waren, ebenso Phasen des friedlichen Lebens und der geistigen Blüte. Herzig geht ausführlich auf das kulturelle, religiöse und geistige Leben der jüdischen Bevölkerung ein – so beispielsweise auf die mittelalterlichen Gelehrtenschulen in Schweidnitz, Glogau und Zülz und auf Breslau als intellektuelles Zentrum im 19. Jahrhundert – und verdeutlicht, welchen herausragenden Beitrag Persönlichkeiten wie Edith Stein oder Ferdinand Lassalle zur schlesischen Hochkultur und deutschen Kulturgeschichte geleistet haben.

Prof. Dr. Arno Herzig gilt als einer der besten Kenner der Geschichte der Juden in Deutschland. Von 1979–2002 war er Professor an der Universität Hamburg für Geschichte der frühen Neuzeit. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen deutsch-jüdische Geschichte, Reformationsgeschichte sowie Geschichte Schlesiens.

In Kooperation mit: Kulturreferat für Oberschlesien

Ernst Jünger in Uniform (1. Weltkrieg)
27. Juni, 19:00 - 20:30

Ernst Jünger: Strahlungen I

Vortrag von Prof. Dr. Winfrid Halder

1949 erschien Ernst Jüngers (1895–1998) Tagebuch »Strahlungen I«, das neben seiner Zeit als deutscher…

Vortrag von Prof. Dr. Winfrid Halder

1949 erschien Ernst Jüngers (1895–1998) Tagebuch »Strahlungen I«, das neben seiner Zeit als deutscher Besatzungsoffizier in Paris seit 1940 auch von einer Reise an die kaukasische Front im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges handelt. Der Autor stellt in seinen Aufzeichnungen ganz bewusst entsetzliche Kriegserlebnisse in Kontrast zur Schönheit in Kunst und Natur, wodurch der geschilderte Krieg nur noch mehr an Schrecken gewinnt. Jünger – bereits zu Beginn der 1920er-Jahre nach dem Erscheinen von »In Stahlgewittern«, worin er seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg reflektiert, ein bekannter Autor in Deutschland – war und ist eine der schillerndsten und umstrittensten Persönlichkeiten der Literatur des 20. Jahrhunderts.

Hochschätzung (etwa auch in Frankreich) und entschiedene Ablehnung sind ihm in seinem langen Leben gleichermaßen entgegengebracht worden. Besonders sein Verhältnis zum NS-Regime ist immer wieder kontrovers diskutiert worden. Mit »Strahlungen I« konnte Jünger, dem 1945 von den Siegermächten ein Publikationsverbot auferlegt worden war, erstmals wieder vor das Lesepublikum treten. Der Vortrag wirft in historischer Perspektive einen kritischen Blick nicht zuletzt auf Jüngers Rezeption in der jungen Bundesrepublik.

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Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe "1949. Die Bestseller der jungen Bundesrepublik Deutschland.":

Mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 wurde nicht nur der westdeutsche Staat gegründet. Durch den nunmehr geltenden Artikel 5 des Grundgesetzes (Meinungs-, Presse- und Wissenschaftsfreiheit) fielen auch die Zensurbestimmungen auf dem (west-)deutschen Buchmarkt erstmals seit 1933 weg.

Die Veranstaltungsreihe richtet den Blick auf Bücher von fünf Autoren, die 1949 erschienen sind und die sich in ihrer vorausgegangenen Haltung zum NS-Regime deutlich voneinander unterschieden. Heinrich Böll (1917–1985) und Arno Schmidt (1914–1979) waren beide als junge Männer zum Kriegsdienst einberufen worden, was auch ihr Nachkriegsschaffen prägte. Stefan Andres (1906–1970) war bereits 1933 nach Italien emigriert und verarbeitete seine Erfahrungen daraus. Ernst Jünger (1895–1998) versuchte sich der Vereinnahmung durch das NS-Regime zu entziehen und Thomas Mann (1875–1955) schließlich, der Älteste in der Runde, war zur bedeutendsten literarischen Leitgestalt des Exils avanciert. Mit welchen Büchern traten diese Autoren erstmals in der Bundesrepublik vor das Publikum? Dieser und anderen Fragen gehen die Referenten nach.

Eine Vortragsreihe in Kooperation mit dem Literaturbüro NRW