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September 2019

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Das ehemalige Frauengefängnis Hoheneck
02. September, 19:00 - 20:30

Wegen Republikflucht verurteilt! Burg Hoheneck und ein Leben danach

Lesung und Gespräch mit Marie-Luise Knopp

In den 1970er-Jahren inhaftierte die DDR wegen geplanter Republikflucht viele Frauen in dem berüchtigten…

Lesung und Gespräch mit Marie-Luise Knopp

In den 1970er-Jahren inhaftierte die DDR wegen geplanter Republikflucht viele Frauen in dem berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck. Hier herrschten verheerende Zustände: überbelegte Zellen, drakonische Strafen und Akkordarbeit in den gefängniseigenen Produktionsstätten. Politische Gefangene wurden zusammen mit kriminellen Frauen eingesperrt und von diesen bespitzelt und schikaniert. Besonders schlimm traf es die Mütter: ihre Kinder kamen in Heime, manche wurden zur Zwangsadoption freigegeben. Marie-Luise Knopp, die 1973 wegen geplanter Republikflucht für ein Jahr in Hoheneck einsaß, hat im vergangenen Jahr das Buch »Eingesperrte Gefühle bahnen sich ihren Weg« geschrieben. Sie schildert darin eindrücklich ihr Schicksal als gefangene Frau und Mutter. Unter dem Trauma der gewaltsamen Trennung von ihrem damals siebenjährigen Sohn und den Schikanen der Gefängniszeit leidet sie bis heute. An diesem Abend liest Marie-Luise Knopp Auszüge aus ihrem Buch und berichtet von ihren persönlichen Erlebnissen.

Marie-Luise Knopp wurde 1942 in einem kleinen Ort der ehemaligen DDR geboren, sie studierte Deutsch und Geschichte und arbeitete zehn Jahre als Lehrerin in Leipzig. 1974 wurde sie freigekauft und reiste in die Bundesrepublik aus. Dort arbeitete sie 30 Jahre als Lehrerin an einer Förderschule.

Adolf Radings Logenhaus der Odd Fellows
04. September, 15:00 - 16:30

Das Bauhaus und seine Erben

Bücher im Gespräch

Vor 100 Jahren wurde das Bauhaus in Deutschland gegründet. Ein Jubiläum, das dieses Jahr in ganz Deutschland gefeiert wird. Das…

Bücher im Gespräch

Vor 100 Jahren wurde das Bauhaus in Deutschland gegründet. Ein Jubiläum, das dieses Jahr in ganz Deutschland gefeiert wird. Das Bauhaus prägte nicht nur die Städte Weimar und Dessau, sondern hatte auch Einfluss auf die Architektur in anderen deutschen Städten. Oskar Schlemmer ging nach Breslau und baute dort zusammen mit Adolf Rading eines der eindrucksvollsten Wohnhäuser der Moderne, andere außergewöhnliche Bauten folgten. »Bücher im Gespräch« beschäftigt sich mit dem Einfluss des Bauhauses auf die Architektur im östlichen Europa und stellt besonders prägnante Gebäude vor.

Anmeldung bis 3. September unter bibliothek@g-h-h.de oder 0211-16991-30

05. September, 19:00 - 20:30

»Heimwehland« – ein literarisches Lesebuch

Kommentierte Lesung mit Axel Dornemann und Katharina Grabowski

Der Flüchtlingsstrom war noch nicht abgeebbt, da erschien im Oktober 1945 bereits ein…

Kommentierte Lesung mit Axel Dornemann und Katharina Grabowski

Der Flüchtlingsstrom war noch nicht abgeebbt, da erschien im Oktober 1945 bereits ein wegweisendes Gedicht über ihn: Dagmar Nick schrieb ihr berühmtes Gedicht »Flucht«, in dem es am Schluss existenziell heißt: »Ach, ich habe nichts mehr, kaum ein Leben, nur noch Angst.« Viele Autorinnen und Autoren haben seitdem Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg in Erzählungen, Essays, Romanen und Gedichten thematisiert.

Axel Dornemann präsentiert in »Heimwehland« Texte von über 60 deutschen, polnischen, tschechischen und litauischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Neben bekannten Autoren finden sich weniger bekannte, neben Älteren auch Gegenwartsschriftsteller. An diesem Abend berichtet der Herausgeber von seinen fast vier Jahre dauernden Recherchen und der schwierigen Auswahl der Texte.
Katharina Grabowski, Preisträgerin der ersten Düsseldorfer Schreibtalentiade 2010, liest ausgewählte Passagen aus dem Buch. 

#17, Moskau 2017, Foto: Thomas Koester
06. September - 18. Oktober

Seeing Moscow - Eine Ausstellung von Thomas Koester

AUSSTELLUNG

Eröffnung: 06. September, 19 Uhr

Moskau ist eine Metropole im Wandel, Moskau ist das wirtschaftliche und geistig-kulturelle Herz…

AUSSTELLUNG

Eröffnung: 06. September, 19 Uhr

Moskau ist eine Metropole im Wandel, Moskau ist das wirtschaftliche und geistig-kulturelle Herz Russlands. Moskau ist mit rund 12 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Europas. Seit 2012 hat sich die Stadt durch Eingemeindungen flächenmäßig mehr als verdoppelt. Heute ist sie eine der teuersten Städte der Welt. Moskau fasziniert durch Größe, Vielfalt an Ethnien und durch ständig gegenwärtige Gegensätze in allen Bereichen. 2017 dokumentierte Thomas Koester mit einer Mittelformatkamera den 870. Jahrestag der Stadt Moskau, die Eröffnung des Kalaschnikow Denkmals, eine Demonstration der Opposition, zu der Alexej Nawalny aufgerufen hat, Bau- und Straßenarbeiten und Vororte von Moskau.

Stets entschied sich Koester dabei für eine fotografische Arbeitsweise in Analog und Schwarz-Weiß, was seinem Anliegen einer reduzierten und scharfen Artikulation in der Bildsprache entspricht, an eine lange fotografische Historie anknüpft und somit die Möglichkeit schafft, in ein besonderes bildästhetisches Vergleichsspektrum einzutauchen. Aus einer Fülle von spannendem Bildmaterial, das der Künstler 2008 bis 2018 in Moskau, aber auch in Riga und Berlin aufnahm, zeigt Thomas Koester eine für ihn wichtige Auswahl in Form einer fotografischen Installation, die er speziell für den Ausstellungsraum der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus entwickelt hat.

Thomas Koester (geb. 1980) studierte an der Universität der Künste Berlin, am Central Saint Martins College London, an der LMA Art Academy of Latvia in Riga und absolvierte seinen Meisterschüler bei Katharina Sieverding an der Universität der Künste Berlin. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf und Berlin.

Laufzeit der Ausstellung: 7. September bis 18. Oktober 2019

Wolgadeutsche Kirche, Foto: Artjom Uffelmann
06. September - 18. Oktober

Vergessene Zivilisation – die Kirchen der Wolgadeutschen. Ambrotypien von Artjom Uffelmann

AUSSTELLUNG

Eröffnung: 06. September, 19 Uhr

2012 unternahm der Mannheimer Fotograf Artjom Uffelmann eine fotografische Expedition ins historische…

AUSSTELLUNG

Eröffnung: 06. September, 19 Uhr

2012 unternahm der Mannheimer Fotograf Artjom Uffelmann eine fotografische Expedition ins historische Siedlungsgebiet der Wolgadeutschen und hielt ihre architektonischen Hinterlassenschaften auf belichteten Glasplatten fest. Uffelmann arbeitet ausschließlich mit Mitteln der Ambrotypie (»Kollodiumnassplattenverfahren«), einem fotografischen Verfahren, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weit verbreitet war. In dieser Zeit entstanden auch die sakralen Bauten der Wolgadeutschen im früheren Russischen Reich. Kirchen bildeten bis zur Oktoberrevolution den wichtigsten Identitätsanker der deutschen Siedler in Russland, da sie über ihre Aufgaben der Seelsorge hinaus weite Teile des Schulwesens und der kommunalen Selbstverwaltung bestimmten. Mit dem Einzug der Sowjetmacht richtete sich der staatliche Terror unvermittelt gegen die Kirchen und den Stand der Geistlichen. 1941 wurde die Wolgadeutsche Republik schließlich mit dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion aufgelöst. Die Ambrotypien sind Leihgaben des Museums für Russlanddeutsche Kulturgeschichte Detmold und werden im Rahmen der »Russlanddeutschen Kulturtage 2019« gezeigt.

Laufzeit der Ausstellung: 7. September bis 18. Oktober 2019; Foyer Eichendorff-Saal

In Kooperation mit: Museum für Russlanddeutsche Kulturgeschichte

Ernst Wiechert
09. September, 19:00 - 20:30

Im Schatten der Kriege – Ernst Wiecherts »Jerominkinder«

Vortrag von Dr. Bärbel Beutner

Sowirog, ein kleines verlorenes Dorf mitten in den Wäldern und Mooren Ostpreußens. Die Menschen sind es gewohnt, ein…

Vortrag von Dr. Bärbel Beutner

Sowirog, ein kleines verlorenes Dorf mitten in den Wäldern und Mooren Ostpreußens. Die Menschen sind es gewohnt, ein karges, abgeschiedenes Leben zu führen. In Zentrum ihrer Gemeinschaft steht der Landarzt Jons Ehrenreich Jeromin, ein bescheidener und um moralische Integrität bemühter Mann. Als die Dorfbewohner sich in den 1930er-Jahren mit dem Terror der Nationalsozialisten konfrontiert sehen, schließen sie sich zu einer verschworenen Gemeinschaft zähen Widerstands zusammen. In seinem zweibändigen Roman »Die Jerominkinder«, der 1945–1947 entstanden ist, beschreibt Ernst Wiechert (1887–1950) eine ländliche Lebensgemeinschaft zwischen den beiden Weltkriegen, die bei aller Abgeschiedenheit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts nicht entgeht. Dr. Bärbel Beutner, Vorsitzende der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft, referiert in ihrem Vortrag über Wiecherts Roman.

In Kooperation mit: BdV-Landesverband Nordrhein-Westfalen

Foto: Magdalena Becker
11. September, 19:00 - 20:30

Drang nach Osten

Lesung mit Artur Becker

In seinem autobiografisch gefärbten Familienroman »Drang nach Osten« widmet sich Artur Becker den immer aktuellen Themen…

Lesung mit Artur Becker

In seinem autobiografisch gefärbten Familienroman »Drang nach Osten« widmet sich Artur Becker den immer aktuellen Themen Versöhnung und Schuld. Der Protagonist des Romans ist dem Autor zum Verwechseln ähnlich und doch nicht er selbst. Arthur, Ende 40, aus Masuren, lebt als Historiker und Schriftsteller in Bremen. Für Recherchen besucht er seinen Onkel und erfährt von dem ehemaligen Stalinisten, dass er 1945 freiheitshungrige Menschen gefoltert hat, darunter auch Arthurs polnischen Großvater. Schockiert beschließt Arthur, sein nächstes Buch ganz den Schicksalen seiner Großeltern zu widmen und landet schnell bei den immer gleichen Fragen: Wie konnten all die Verbrechen geschehen? Woher kommt das Böse? Was ist Freiheit – und was ist ihr Preis? Artur Becker wurde in Bartoszyce (Masuren) geboren, lebt seit 1985 in Deutschland und veröffentlicht Romane, Erzählungen, Gedichte und Übersetzungen. Für sein Werk wurde er u. a. 2009 mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis und 2012 mit dem DIALOG-Preis der Deutsch-Polnischen Gesellschaft ausgezeichnet.

Moderation: Michael Serrer (Literaturbüro NRW)

In Kooperation mit: Literaturbüro NRW

Ralf Peters
12. September, 19:00 - 20:30

Die Grundgesetzwanderung

Eine Wander- und Rezitationsperformance mit Ralf Peters

Ralf Peters hat in diesem Jahr eine Kunstperformance der besonders ausdauernden Art…

Eine Wander- und Rezitationsperformance mit Ralf Peters

Ralf Peters hat in diesem Jahr eine Kunstperformance der besonders ausdauernden Art abgeschlossen. Am 8. Mai 2017 startete er seine Grundgesetzwanderung in Aachen auf dem Europaplatz und lief innerhalb von zwei Jahren in Etappen bis nach Görlitz. An jedem Ort, an dem er übernachtete, rezitierte er an öffentlichen Plätzen die ersten zwanzig Artikel des Grundgesetzes. Dabei verstand der Stimm- und Performancekünstler und promovierte Philosoph seine Aktion vor allem als Einladung zum Austausch darüber, wie wir heute das Grundgesetz verstehen. In seinem Blog zum Projekt fragte er kurz vor Beginn der Reise: »Ist es nur ein alter Text, ein Text für Juristen, ein heiliger Text des Nachkriegsdeutschlands, der wichtigste Text, der in Deutschland im 20. Jahrhundert geschrieben wurde, ein utopischer Text, ein Text, der den Verfassungspatriotismus rechtfertigt?« Welche Antworten und sicher auch neuen Fragen er im Laufe seiner zweijährigen Performance erhalten hat, davon wird er an diesem Abend erzählen.

Moderation: Michael Serrer (Literaturbüro NRW)

In Kooperation mit: Literaturbüro NRW

17. September - 30. Oktober

Russlanddeutsche Kulturtage 2019: "60 Jahre LmDR - 60 Jahre zu Hause in NRW"

Programm:


Ausstellung im Landtag NRW: Mitgebracht. Eugen Litwinow – Nikolaus Rode. Erfahrungswelten russlanddeutscher Künstler

Eröffnung  am…

Programm:


Ausstellung im Landtag NRW: Mitgebracht. Eugen Litwinow – Nikolaus Rode. Erfahrungswelten russlanddeutscher Künstler

Eröffnung  am 17.09.2019 um 13:30 Uhr

Unter dem Titel »Mitgebracht« präsentieren Eugen Litwinow (geb. 1987 in Kasachstan) und Nikolaus Rode (geb. 1940 in Eigental, dt. Kolonie in der Ukraine) ihre Arbeiten. In seinem künstlerischen Projekt »Mein Name ist Eugen« porträtiert Eugen Litwinow dreizehn junge Russlanddeutsche, die alle den Vornamen »Eugen« tragen. Sie sind sich noch nie begegnet, doch alle hießen früher »Evgenij«. Litwinow führte umfangreiche Gespräche mit den »Eugens« und gibt authentische Einblicke in die Herkunft, Abenteuer, Namen und Identität dieser jungen Deutschen aus Russland. Nikolaus Rode zeigt Malerei und Zeichnungen. Rode beschäftigt sich in seinen Werken hauptsächlich mit den durch Vertreibungen und Krieg erlittenen Traumata, den Verlusten und der Suche nach Heimat. Ausstellung im Rahmen der »Russlanddeutsche Kulturtage 2019«

Laufzeit der Ausstellung: 17. September bis 4. Oktober 2019

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17.09., 18:30 Uhr
Umgang mit transgenerationalen Traumata

Podiumsdiskussion mit Katharina Martin, Ira Peter und Melitta Roth

Traumata durch Krieg, Folter, Flucht, Verfolgung und Vertreibung und ihre transgenerationale Weitergabe sind Thema dieser Podiumsdiskussion.
Die Zeit heilt nicht alle Wunden. Der Zweite Weltkrieg endete vor über 70 Jahren und ist für viele noch immer nicht vorbei. Nicht für diejenigen, die ihn als Jugendliche oder Kinder erlebt haben und auch nicht für deren Kinder und Enkel. Die Traumata, die die Kriegsgeneration erlitten hat, wurden zum Teil an ihre Nachkommen weitervererbt und können ihre Leben auch heute noch beeinflussen. Man spricht von generationsübergreifender Traumatisierung. Welche gravierende Folgen das zum Teil mit sich bringt, wollen wir in dieser Diskussionsrunde auf den Grund gehen.  

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24.09., 18:30 Uhr
»Tage des Sturms«

Lesung mit Ella Zeiss (Kindle Storyteller-Gewinnerin 2018)

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01.10., 19 Uhr
»ZwischenHeimaten«
Lesung mit Artur Rosenstern, Irina Peter und Larissa Mass

Der Literaturkreis der Deutschen aus Russland stellt seinen aktuellen Sammelband vor.

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05.10., 15 Uhr
»Kulturschicht. Die Deutschen im Altai«

Film und Künstlergespräch mit Boris Schwarzmann, Katja Beil und Waldemar Hooge

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07.10., 19 Uhr
»Mein Leben in Deutschland begann mit einem Stück Bienenstich«

Lesung mit Viktor Funk (Redakteur bei der FR)

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11.10., 19 Uhr
»Flügelklänge am Kamin«

Tanz- und Musikabend mit Oleg von Riesen und Dimitri German

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18.10., 19 Uhr
"Bye bye Baby"

Film und Künstlergespräch mit Julia Boxler

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12.11., 20 Uhr
»Wolgakinder«

Lesung mit Gusel Jachina 

Veranstaltungsort: Zentralbibliothek Düsseldorf, Bertha-von-Suttner-Platz 1

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15.11., 19 Uhr
»Heimat in Tradition«

Herbstfest der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland; mit bunten künstlerischen und kulinarischen Beiträgen begrüßt die LmDR NRW den Herbst

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In Kooperation mit: Landtag NRW, LmDR NRW e.V. und Kulturreferat für Russlanddeutsche  

Arno Surminski 2013 im GHH
18. September, 19:00 - 20:30

Der lange Weg. Von der Memel zur Moskwa

Lesung und Gespräch mit Arno Surminski

Ostpreußen im Jahr 1812. Martin Millbacher, Sohn eines Bauern an der Memel, zieht für Napoleon in den Krieg…

Lesung und Gespräch mit Arno Surminski

Ostpreußen im Jahr 1812. Martin Millbacher, Sohn eines Bauern an der Memel, zieht für Napoleon in den Krieg gegen Russland. Er hofft auf Abenteuer und reiche Beute. Doch bald wendet sich das Blatt. Russland lässt sich nicht erobern. Statt Ruhm und Ehre warten Hunger und Kälte. Martin gerät in die Schlachten von Smolensk und Borodino, erlebt die Feuersbrunst von Moskau und sieht das massenhafte Sterben seiner Kameraden an der Beresina und im litauischen Wilna. Statt an Beute denkt er nur noch ans Überleben.
Sprachgewaltig erzählt Arno Surminski vom Schicksal des jungen Ostpreußen in den Wirren des napoleonischen Russlandfeldzugs.

Sein Roman ist lebendige Geschichte, nicht aus der Sicht von Generälen und Monarchen, sondern aus der Perspektive der einfachen Soldaten. Arno Surminski, geb. 1934 in Jäglack/Ostpreußen, wuchs als Flüchtlingskind im schleswig-holsteinischen Trittau auf. Bekannt wurde Surminski mit vielen Erzählungen und Romanen, die sich meist mit dem Schicksal der Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und ihren Bemühungen, im Nachkriegsdeutschland Fuß zu fassen, auseinandersetzten. Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller lebt und arbeitet in Hamburg.


In Kooperation mit: Literaturbüro NRW

24. September, 18:00 - 20:00

Tage des Sturms

Lesung mit Ella Zeiss
Russlanddeutsche Kulturtage 2019

»Wir fahren weg, Erich. Weit, weit weg.« »Und wann kommen wir wieder?« »Gar nicht.«

1930 wütet…

Lesung mit Ella Zeiss
Russlanddeutsche Kulturtage 2019

»Wir fahren weg, Erich. Weit, weit weg.« »Und wann kommen wir wieder?« »Gar nicht.«

1930 wütet das Sowjetregime mit Enteignungen und Verhaftungen in den ehemals wohlhabenden deutschen Dörfern der Krim. Jeder, der noch Land oder Einfluss hat, schwebt in Gefahr.

Der Landwirt Wilhelm Scholz weigert sich, seinen letzten Grundbesitz an den Staat zu überschreiben. Mitten in der Nacht zerren bewaffnete Männer ihn, seine Frau Anna und ihre kleinen Kinder aus dem Haus. Die Familie wird in die eisige Wildnis des Hohen Nordens gebracht, wo sie gezwungen werden, in den gewaltigen, grenzenlosen Wäldern Bäume zu fällen. Inmitten von Hunger, Krankheit und klirrender Kälte kämpfen Anna und Wilhelm ums Überleben und um einen Platz in der neuen Weltordnung.

Der Dorflehrer Samuel Pfeiffer entgeht einem ähnlichen Schicksal nur durch eine rechtzeitige Flucht. Mit seiner Familie lässt er in einer Nacht- und Nebelaktion alles zurück. Doch die Verschnaufpause währt nicht lang. Als deutscher Lehrer wird er immer wieder verfolgt und denunziert. Eine Odyssee von der Krim bis nach Baku beginnt …

 

Über die Autorin:

Ella Zeiss wurde 1980 in Kasachstan geboren und zog im Alter von zehn Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Nach dem Abitur studierte sie BWL und internationales Management an der Universität Münster und der Copenhagen Business School und arbeitete anschließend mehrere Jahre in der freien Wirtschaft. Jetzt wohnt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in der Nähe von Köln und widmet sich hauptberuflich dem Schreiben. Da die Erzählungen ihrer Großeltern über die Kriegszeit, die Arbeitsarmee und die Jahre danach Ella Zeiss ihr Leben lang begleitet haben, hat sie diese in der authentischen und berührenden Familiensaga "Tage des Sturms" zu Papier gebracht, die mit dem Kindle Storyteller Award 2018 ausgezeichnet wurde und bereits zig Tausende Leser begeistert hat.
Als Elvira Zeißler und Ellen McCoy schreibt die Autorin außerdem Fantasy und humorvolle Liebesromane.


In Kooperation mit: Landsmannschaft der Deutschen aus Russland

Foto: Annette Hauschild
25. September, 19:00 - 20:30

Sie sind wieder da. Warum wir den neuen deutschen Nationalismus nicht mehr los werden

Lesung und Gespräch mit Patrick Bahners

Patrick Bahners arbeitet seit über dreißig Jahren für die FAZ, war davon zehn Jahre Leiter der…

Lesung und Gespräch mit Patrick Bahners

Patrick Bahners arbeitet seit über dreißig Jahren für die FAZ, war davon zehn Jahre Leiter der Feuilletonredaktion, drei Jahre Korrespondent in New York und berichtet seit 2018 von Köln aus über NRW-Kultur. In »Die Panikmacher« schrieb er über die deutsche Angst vor dem Islam, was ihm 2011 eine Nominierung für den Sachbuch-Preis der Leipziger Buchmesse einbrachte. Noch prominenter ist Bahners in den vergangenen Jahren durch seine Diskussionsfreude auf Twitter geworden. In einem Interview mit dem Portal »Übermedien« bezeichnete er die Plattform als »eine große Kneipe«, in der »man sich ohne große Formalitäten einfach einmischt«.

Das tut er leidenschaftlich und ausdauernd und hat dadurch eine ebenso große Kritiker- wie Fangemeinde gewonnen. In seinem neuen Buch »Sie sind wieder da« schildert er, wie sich das politische Leben verändert, wenn der Protest von rechts sich im System etabliert. Die neuesten Losungswörter der politischen Sprache sind »das Eigene« und »die Grenze«. Schon jetzt gelingt es der AfD, die Themen des öffentlichen Gesprächs zu bestimmen, und Politiker der etablierten Parteien haben die Redensweisen der Rechtspopulisten bereits übernommen. Moderation: Michael Serrer (Literaturbüro NRW)


In Kooperation mit: Literaturbüro NRW

26. September, 19:00 - 20:30

1949. Das lange deutsche Jahr

Lesung und Gespräch mit Christian Bommarius

Die Bundesrepublik wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. 1949 brachten die ersten Bundestagswahlen Konrad…

Lesung und Gespräch mit Christian Bommarius

Die Bundesrepublik wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. 1949 brachten die ersten Bundestagswahlen Konrad Adenauer ins Kanzleramt, Theodor Heuss wurde Bundespräsident, Bonn Hauptstadt der Bundesrepublik. Damit begann in der Mitte Europas ein auf den ersten Blick bizarres Experiment. Ausgerechnet auf den Ruinen im Westen des politisch, wirtschaftlich und moralisch bankrotten Deutschland sollte eine Demokratie entstehen. Das Experiment musste gelingen, weil die drei westlichen Besatzungsmächte im Kalten Krieg ein demokratisches Westdeutschland als Gegengewicht zur DDR wollten. Andererseits waren die Erfolgsaussichten besorgniserregend, denn die Westdeutschen waren auch Jahre nach dem Ende des Weltkrieges auf die Demokratie nicht vorbereitet.

Christian Bommarius erzählt so kundig wie kurzweilig die Geschichte des langen Jahres 1949, das bereits 1948 einsetzt, als mit Währungsreform und Auftrag zur Verfassungsbildung die Weichen in Richtung Bundesrepublik gestellt wurden. Er schildert zentrale und marginale Episoden aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Alltagsleben. Sein Buch ist ein buntes Panoptikum der frühen Bundesrepublik – und birgt eine höchst aktuelle Botschaft: demokratisches Denken und Handeln muss gegen Widerstände gelebt werden, damals wie heute.

Christian Bommarius, geb. 1958, studierte Germanistik und Rechtswissenschaft. Nach journalistischen Stationen, u. a. als Korrespondent der Deutschen Presseagentur, war er von 1998 bis 2017 Redakteur der Berliner Zeitung. Seit 2018 ist er Kolumnist der Süddeutschen Zeitung. Für sein publizistisches Werk wurde Bommarius der Heinrich-Mann-Preis verliehen.

Salome Amend
Anja Bilabel
30. September, 19:00 - 20:30

»Wolfskinder« – eine Kindergeneration nach 1945

Ein Hörtheaterabend von und mit Anja Bilabel und Salome Amend

Eine spannende Melange aus Zeitzeugenberichten, Literatur und Dokumentation umrahmt von…

Ein Hörtheaterabend von und mit Anja Bilabel und Salome Amend

Eine spannende Melange aus Zeitzeugenberichten, Literatur und Dokumentation umrahmt von musikalischen Impressionen präsentiert Anja Bilabel an diesem Abend. In ihrer szenischen Lesung beleuchtet die ausgebildete Schauspielerin und professionelle Sprecherin in verschiedenen Facetten die Geschichte deutscher Nachkriegskinder im ehemaligen Ostpreußen. Viele von ihnen versuchten sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor den Soldaten der Roten Armee in Sicherheit zu bringen. Heimat- und elternlos »verwilderten« sie und wurden daher »Wolfskinder« genannt. Eine Geschichte über erschütternde Kinderschicksale und gleichzeitig eine Geschichte über die Bedeutung von Identität, Menschenwürde und Mitgefühl. Die begleitenden Improvisationen und Klänge werden gespielt von Salome Amend.