20. Mai - 25. Juni

Kann Spuren von Heimat enthalten

AUSSTELLUNG

Essen und Kochen spielen für Identität und Kultur von jeher eine große Rolle. Über Jahrhunderte entwickelten die Deutschen, die im…

AUSSTELLUNG

Essen und Kochen spielen für Identität und Kultur von jeher eine große Rolle. Über Jahrhunderte entwickelten die Deutschen, die im östlichen Europa lebten, typische Gerichte wie Königsberger Klopse, Königsberger Marzipan, Süßspeisen mit Mohn oder Streusel aus Schlesien, böhmische Knödel und die Mehlspeisen aus der k.u.k.-Zeit. Viele dieser kulinarischen Genüsse sowie deren Hersteller haben nach Flucht und Vertreibung den Weg ins Nachkriegsdeutschland gefunden. 

Die Ausstellung hinterfragt, in welcher Weise kulinarisches Erbe zum Erhalt der Identität der Deutschen aus dem Baltikum, aus Ostpreußen, Pommern, Russland, Schlesien, Böhmen, Mähren, der Slowakei, Ungarn, Jugoslawien oder Rumänien beiträgt. Sie zeigt auf, wie die wirtschaftliche Entwicklung Nachkriegsdeutschlands auch von den wieder gegründeten Firmen der Vertriebenen und Aussiedler angeregt wurde.

Die Ausstellung wurde vom Haus des Deutschen Ostens HdO München entwickelt.

 

Im Anschluss an die Eröffnung findet um 19.00 Uhr ein kulinarischer Workshop in Kooperation mit dem Verband der Siebenbürger Sachsen e. V. und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland statt. Anmeldung zum Workshop: Dr. Katja Schlenker, schlenker(æt)g-h-h.de, 0211-1699123

 

Laufzeit der Ausstellung: 20. Mai bis 26. Juni 2020

17. Juni, 19:00 - 20:30

Der Ofensetzer

Lesung und Gespräch mit Christian AhnsehL
Christian Ahnsehl erzählt in seinem ersten Roman »Der Ofensetzer« von einem Jugendlichen, der ins Visier der…

Lesung und Gespräch mit Christian AhnsehL
Christian Ahnsehl erzählt in seinem ersten Roman »Der Ofensetzer« von einem Jugendlichen, der ins Visier der Staatssicherheit gerät. Diese Erfahrung machte auch Ahnsehl selbst. Als 15jähriger rekrutierte ihn die Staatssicherheit der DDR zum IM. Der Vater in der SED, die Mutter in der Kirche, Konflikte als Jugendlicher waren vorprogrammiert. Im Sommer 1985 schreibt Ahnsehl – im Roman Tom – mit Farbe an die Wand seiner Schule: »Steht auf. Wacht. Auf. Befreit Euch. Ich will leben.« Ein Zwischenfall, der ihn zum Opfer macht. Nach neun Monaten hört er mit seiner Tätigkeit als IM auf.

Seine DDR-Vergangenheit holt Ahnsehl später wieder ein – auch über die Stasi-Akte samt Verpflichtungserklärung. Ahnsehls viel gelobter Roman ist nicht einfach nur ein Bericht, Erklärungs- oder Rechtfertigungsversuch der eigenen Vergangenheit. Er fragt neu, wer Opfer und wer Täter ist.

 

Christian Ahnsehl, 1970 in Greifswald geboren, wuchs im Rostocker Neubaugebiet Lütten Klein auf. Nach dem Besuch der Polytechnischen Oberschule absolvierte er eine Maurerlehre und arbeitete bis 1989 als Hausmeister und Lagerarbeiter. Danach fuhr er als Musiker auf Kreuzfahrtschiffen zur See, machte nebenbei das Abitur, um anschließend Geschichte, Politik und Philosophie zu studieren. Bereits in der NDR-Dokumentation »Die Stasi im Kinderzimmer« von 2019 gehörte Ahnsehl zu den Protagonisten.

 

 

In Kooperation mit: Düsseldorfer Appell/Respekt und Mut

 

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