Die Delegation der Zionisten unter Führung Theodor Herzls (Mitte), die Ende Oktober 1898 nach Palästina kam, um mit Wilhelm II. zusammenzutreffen.
28. November - 28. Februar

»Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen« - Lebenswege jüdischer Palästina-Auswanderer aus dem östlichen Europa

Ausstellung

Eröffnung: 28. November, 18 Uhr

Fast zweitausend Jahre lang einte die Hoffnung auf eine Rückkehr in die historische Heimat, in das…

Ausstellung

Eröffnung: 28. November, 18 Uhr

Fast zweitausend Jahre lang einte die Hoffnung auf eine Rückkehr in die historische Heimat, in das gelobte Land eretz jisrael, das verstreute jüdische Volk. Unter dem Eindruck des aufkommenden Antisemitismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts legte Theodor Herzl mit seinen Schriften die Grundlage für die zionistische Bewegung. Sie hatte die Wiederansiedlung von Juden in Palästina und den Aufbau eines Staatswesens zum Ziel.

»Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen« ermutigte Theodor Herzl in seinem utopischen Roman »Altneuland« zur Realisierung dieser Vision. Über 200.000 Juden kamen seit den 1880er-Jahren bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland in mehreren Einwanderungswellen nach Palästina, bis 1933 überwiegend aus Osteuropa. Polen bildete das Zentrum zionistischer Aktivität. Zionisten in Polen waren in zahlreichen Parteien, Vereinen und Jugendbewegungen organisiert. In Palästina organisierten sich die jüdischen Einwanderer in einer Gemeinschaft mit vorstaatlichen Strukturen, dem sogenannten Jischuw.

Während der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung nahm Palästina unter den Ländern, in denen europäische Juden Zuflucht fanden, einen besonderen Stellenwert ein. Flüchtlinge, die nach Palästina emigrierten, hofften auf einen jüdischen Nationalstaat, dessen Bürger und Bürgerinnen sie sein würden, und nicht, wie in allen anderen Exilländern eine gesellschaftliche Minderheit. Mit Kriegsende im Mai 1945 kam es zur Massenflucht jüdischer Holocaustüberlebender aus Osteuropa in die westlichen Besatzungszonen. Hier lebten sie in Auffanglagern als sogenannte »Displaced Persons« (DP). Für ca. eine Viertelmillion jüdische Menschen begann dort eine weitere ungewisse Wartezeit. Nur etwa 3.000 jüdischen DPs wurde zwischen 1945 und 1950 die Einreise nach Großbritannien erlaubt. Erst mit der Gründung des Staates Israel im Mai 1948 eröffnete sich die Chance auf einen Neubeginn. Bis Ende des Jahres trafen mehr als 100.000 jüdische Neueinwanderer in Israel ein; bis Dezember 1951 stieg ihre Zahl auf ca. 700.000. Die meisten Einwanderer kamen aus Osteuropa, wo sie von neuer anti-jüdischer Gewalt bedroht waren. Die im Gerhart-Hauptmann-Haus gezeigte Ausstellung wurde vom Haus der Heimat Baden Württemberg anlässlich der Staatsgründung Israels vor 70 Jahren konzipiert und erinnert an die jüdischen Auswanderer. Im Mittelpunkt stehen ausgewählte Lebenswege und Personen, unter ihnen Lea Rabin (geb. Schloßberg), der Schriftsteller Max Brod, der Maler und Grafiker Jakob Steinhardt aus Posen und viele andere. Die Ausstellung erläutert die Gründe ihrer Emigration wie ihr Wirken in Kunst, Kultur und Bildung, in Gesellschaft und Politik.

Laufzeit der Ausstellung: 28.11.2018 bis 28.02.2019

In Kooperation mit: Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg

Bild: Kenji Higuchi
22. Februar - 10. Mai

Fukushima: Eine notwendige Erinnerung. Fotografien von Kenji Higuchi über die Opfer von Kernenergie, Atomkraft und Krieg

Ausstellung

Eröffnung: 22. Februar, 18 Uhr

Laufzeit der Ausstellung: 22.03. bis 03.05.2019

Anlässlich des 8. Jahrestags der Dreifachkatastrophe in…

Ausstellung

Eröffnung: 22. Februar, 18 Uhr

Laufzeit der Ausstellung: 22.03. bis 03.05.2019

Anlässlich des 8. Jahrestags der Dreifachkatastrophe in Fukushima zeigt das Gerhart-Hauptmann-Haus in Kooperation mit dem aus japanischen und deutschen Mitgliedern bestehende Verein "Sayonara-Nukes-Düsseldorf" eine Ausstellung des Fotojournalisten Kenji Higuchi über die Opfer von Kernenergie, Atomkraft und Krieg.

Eine von Giftgasen geschädigte Insel, Badegäste am Strand des nahen Mihama-Atomkraftwerks (AKW), Menschen mit Gesichtsmasken, verstrahlte Arbeiter in den AKWs, ein risikoreicher Atomtransport, verfälschte Strahlendosis-Daten – seit über 40 Jahren dokumentiert Kenji Higuchi Schicksale einzelner »Opfer des industriellen Wohlstands in Japan«, die unter Kernenergie, Atomkraft und Krieg gelitten haben und noch leiden. Seine eindrucksvollen Fotografien zeigen die Schattenseiten des rapiden wirtschaftlichen Wachstums in Japan, die Umweltschäden und die damit verbundenen Erkrankungen der Bevölkerung.

Bereits seit den 1970er-Jahren begleitet Higuchi japanische AKW-Leiharbeiter, die unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten und großer Gefahr ausgesetzt sind. Higuchi fotografierte und dokumentierte auch die Nachwirkungen der Giftgasproduktion auf der vor Hiroshima gelegenen Insel Ōkunoshima. Nach dem Genfer Vertrag ist die Verwendung von Giftgas untersagt. Deshalb wurde die Existenz dieser Fabrik streng geheim gehalten und die Insel von der japanischen Landkarte gestrichen. 2001 erhielt Higuchi Kenji für seine Aufklärungsarbeit den Nuclear-Free-Future-Award der NGO »World Uranium Hearing«. 

Mit dieser Ausstellung erinnert das Gerhart-Hauptmann-Haus ebenfalls an die Aufnahme der deutsch-japanischen Beziehungen, die vor 160 Jahren mit der sogenannten Eulenburg-Mission begann. Der Ostpreuße Friedrich Albrecht Graf zu Eulenburg (geb. 1815 in Königsberg, gest. 1881 in Schöneberg) stand im Oktober 1859 als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister an der Spitze der Preußischen Ostasienexpedition. Durch Eulenburgs große Beharrlichkeit und Geschick kamen die Handels-, Freundschafts- und Schifffahrtsverträge 1861 mit Japan und zunächst dem Staat Preußen zustande. Deutsch-Japanische Gesellschaften gründeten sich in Deutschland seit den 1880er-Jahren.

In Kooperation mit:

  • Deutsch-Japanische Gesellschaft Dortmund
  • IPPNW-Regionalgruppe Dortmund