Kytlice / Zimmer frei

19. Juni
19:00 – 20:30

Tschechischer DokFilm am Mittwoch
2012, 64 Min., OmdU, Regie: Rozalie Kohoutová

Die Dokumentarfilmerin Rozalie Kohoutová kehrt in das Dorf zurück, in dem sie als Kind ihre Sommerferien verbrachte. Auf dem Land hatte der Großvater ein Haus, in dem die ehemaligen deutschen Bewohner angeblich einen Schatz hinterlassen hatten. Als Erwachsene begibt sie sich hier auf eine ganz private, angenehm unaufgeregte Spurensuche. 

Die Regisseurin trifft einen Nachbarn, der inzwischen befreundet ist mit der Deutschen, die als Kind in seinem Haus gelebt hatte. Die beiden haben sogar ein gemeinsames Grab auf dem örtlichen Friedhof. Kohoutová trifft einen Bürgermeister, der den nach Kriegsende ermordeten Deutschen ein Denkmal errichtet, aber nicht die Identität der Täter verraten will. Sie trifft aber auch Leute, die über die Vergangenheit nicht sprechen wollen. Bei ihren Nachforschungen zur Geschichte und den langfristigen sozialen Folgen, die die Vertreibung der Deutschen bis heute hat, begegnen ihr Aufgeschlossenheit, Interesse und Empathie, aber eben auch Gleichgültigkeit und Ignoranz. 

Ständiger Begleiter der Regisseurin ist Ludk, ein naiver Maler und Patient in der örtlichen Psychiatrie. Seine Bilder illustrieren den Film. Seine manchmal erstaunlich hellsichtigen, zuweilen auch ungewollt komischen Kommentare verleihen dem mit leichter Hand gedrehten Dokfilm einen zuweilen absurden Unterton.


In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Berlin

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