Bohu žel / God Forsaken

13. März
19:00 – 21:00

Tschechischer DokFilm am Mittwoch
CZ 2018, 80 Min., OmeU, Regie: Saša Dlouhý

Auch wenn die Flüchtlingsströme der letzten Jahre weitgehend an Tschechien vorbei gehen, ist die Stimmung dort mancherorts aufgeheizt und die Angst vor den Fremden beträchtlich. In der Realität sind es vergleichsweise wenige Menschen, die in Tschechien um Asyl bitten. Sechs von ihnen hat Regisseur Saša Dlouhý porträtiert und dafür mehrere Jahre lang mit der Kamera begleitet. Er traf auch Vertreter von Hilfsorganisationen, die die Einzelschicksale in einen größeren Zusammenhang setzen. 

»Meinen Sohn habe ich vier Jahre nicht gesehen, meine Enkelin noch gar nicht. Wir sprechen per Skype miteinander«, erzählt der Georgier Zurab, der in Prag seit zwanzig Jahren auf die Entscheidung über seinen Asylantrag wartet. Vladimir aus Russland hatte mehr Glück. Er wurde zu Hause verfolgt, weil er sich öffentlich für den Einmarsch der sowjetischen Truppen 1968 in Prag entschuldigt hat. Er erhielt Asyl für sich und seine Familie. Hadi aus Syrien will kein Asyl, er fühlt sich in Tschechien nicht willkommen. Da hilft es auch nichts, dass es Organisationen gibt, die sich der Asylsuchenden annehmen. Diese knüpfen mit ihrer Arbeit an die tschechische Hilfsbereitschaft Anfang der 1990er-Jahre an, als das Land Tausende aus Jugoslawien geflüchtete Bosnier und Kosovaren aufnahm, ohne dass dies irgendwelche Proteste auslöste.

In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Berlin

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