»Die Welt muß anders werden, 
russischer...« Alexander Schmorell, die »Weiße Rose« und der Widerstand gegen die NS-Diktatur

Foto: Wikipedia
27. September - 27. Oktober
19:00 – 21:00

Vortrag und Gespräch mit Christiane Moll

Alexander Schmorell ist noch immer weniger bekannt als Sophie und Hans Scholl, gleichwohl war seine Bedeutung für Entstehung und inhaltliche Arbeit der studentisch geprägten Widerstandsgruppe »Weiße Rose« zweifellos nicht geringer. Medizinstudent wie Hans Scholl, spielte Schmorell nicht zuletzt für die prägende Russlanderfahrung von einigen Angehörigen der Gruppe eine zentrale Rolle. Die Studenten wurden vorübergehend als Sanitäter an der Ostfront eingesetzt. Konfrontiert mit der brutalen Kriegsrealität, festigte sich dort ihr Wille zum Widerstand gegen die NS-Diktatur. Dies umso mehr, als sie über Schmorell Kontakt zur rücksichtslos ausgebeuteten und unterdrückten russischen Zivilbevölkerung und zu Kriegsgefangenen aufnehmen konnten, wodurch die rassenideologische Lüge von deren angeblichem »Untermenschentum« endgültig zerfiel.

Alexander Schmorell sprach Russisch ebenso gut wie Deutsch, denn er wurde 1917 in Orenburg (Südrussland) geboren; sein Vater stammte aus einer im 19. Jahrhundert ins Zarenreich eingewanderten ostpreußischen Familie, seine Mutter war Russin. 1921 war die Familie Schmorell angesichts der Errichtung der bolschewistischen Diktatur nach Deutschland zurückgekehrt.

Alexander Schmorell wurde bald nach den Geschwistern Scholl im Frühjahr 1943 verhaftet, vom »Volksgerichtshof« zum Tode verurteilt und am 13. Juli 1943 ermordet. Sein 75. Todestag ist besonderer Anlass zur Erinnerung an ihn. Die Historikerin Christiane Moll hat 2011 die Briefe Alexander Schmorells an Familie und Freunde vollständig ediert und einleitend dessen Leben, Überzeugungen und seinen Anteil an der Entstehung der Flugblätter der »Weißen Rose« umfassend untersucht.

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