Der Dichter und der Richter

28. November
19:00 – 21:00

Vortrag von Michael Zeller – ein Fall aus der Praxis des romantischen Dichters E. T. A. Hoffmann
Vor zweihundert Jahren, im Herbst 1817, bringt in Berlin ein Geselle sein Mädchen um. Der Amtsarzt plädiert auf Strafverschonung, wegen momentanen Wahnsinns bei der Tat. Prominent wird der Fall, als der Kammergerichtsrat E. T. A. Hoffmann eingreift – der bedeutende deutsche Erzähler der Romantik. Der Jurist Hoffmann revidiert das Gutachten des Arztes und verurteilt den Täter zum Tod auf dem Rad. In den gleichen Tagen schreibt Hoffmann abends nach Dienstschluss die Erzählung von Serapion, dem »wahnsinnigen Heiligen«, der als Einsiedler im Wald lebt. Hoffmann modelliert diese Figur zum Ahnherrn jedes Erzählers. »Wie viel Arten von Wahnsinn mag es geben?«, fragt sich der Wuppertaler Schriftsteller Michael Zeller und geht ausführlich diesem ungemein spannenden Fall einer literarischen und juristischen Doppelbestimmung von Wahnsinn nach.

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