Jaroslav Durych: Unerkannt durch Deutschland

27. Oktober
19:00 – 21:00

Lesung und Gespräch mit der Übersetzerin Brigit Krehl
Trotz angeblicher Reiseunlust begibt sich der tschechische Romancier und Militärarzt Jaroslav Durych (1886–1962) im Sommer 1925 von Mähren aus auf eine Eisenbahnreise durch den Nordosten Deutschlands. Nicht als »rasender Reporter« wie der Prager Egon Erwin Kisch, sondern misstrauisch und unauffällig wie ein »Schakal« will er »durch Deutschland schleichen«. Anlass für die Reise ist sein Vorhaben, einen Roman über den böhmischen Adligen und legendären Feldherrn Wallenstein zu schreiben. Als Reiseziele wählt er deshalb Stralsund, Magdeburg und Lützen, einst Schauplätze dieses Krieges, während die Großstädte Berlin, Leipzig und Dresden nur Zwischenstationen sind. Nicht zu übersehen ist indes, dass das Interesse des Autors weitaus mehr dem gegenwärtigen Deutschland und den »befremdlichen« Deutschen gilt, hat er doch neben einer Wallenstein-Monographie auch jede Menge Klischees und Ressentiments im Gepäck. Jaroslav Durych gehörte in der Zwischenkriegszeit zu den renommiertesten und sprachgewaltigsten tschechischen Autoren. Durychs Reiseerzählung Unerkannt durch Deutschland ist, mit Ironie und Selbstironie nicht geizend, eine unterhaltsame, oft auch amüsante Lektüre.
Birgit Krehl, die das Buch ins Deutsche übertragen hat, ist Bohemistin und promovierte Literaturwissenschaftlerin. Seit 2000 ist sie mit dem Schwerpunkt Polonistik als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Slavische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Potsdam tätig.

In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Düsseldorf

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