Thomas Mann, 1937
09. Mai, 19:00 - 21:00

Thomas Mann: Die Entstehung des Doktor Faustus

Vortrag von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Volkmar Hansen 

Im Gründungsjahr der Bundesrepublik war Thomas Mann (1875–1955) bereits 74 Jahre alt, hatte…

Vortrag von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Volkmar Hansen 

Im Gründungsjahr der Bundesrepublik war Thomas Mann (1875–1955) bereits 74 Jahre alt, hatte zwei Weltkriege miterlebt und die letzten 16 Jahre im Exil verbracht. Nach längeren Reisen und Stationen in Frankreich und der Schweiz war Mann 1938 in die USA übergesiedelt, dort entstand auch sein spätes Werk »Doktor Faustus«. Er selbst bezeichnete den Gesellschaftsroman als »Lebensbeichte«, in der er seine Zerrissenheit zwischen künstlerischer Seele und bürgerlicher Existenz reflektierte. Nicht zuletzt deshalb empfand er es als notwendig, dieses Werk sich selbst und seinen Lesern zu erklären und setzte sich in »Die Entstehung des Doktor Faustus« mit den autobiographischen Anteilen des Romans und mit seinem eigenen Weg auseinander. Einblicke in diese persönlichen Aufzeichnungen gibt Prof. Volkmar Hansen, der an der Universität Düsseldorf lehrt und als herausragender Experte für das Leben und Schaffen Thomas Manns bekannt ist.

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Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe "1949. Die Bestseller der jungen Bundesrepublik Deutschland.":

Mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 wurde nicht nur der westdeutsche Staat gegründet. Durch den nunmehr geltenden Artikel 5 des Grundgesetzes (Meinungs-, Presse- und Wissenschaftsfreiheit) fielen auch die Zensurbestimmungen auf dem (west-)deutschen Buchmarkt erstmals seit 1933 weg.

Die Veranstaltungsreihe richtet den Blick auf Bücher von fünf Autoren, die 1949 erschienen sind und die sich in ihrer vorausgegangenen Haltung zum NS-Regime deutlich voneinander unterschieden. Heinrich Böll (1917–1985) und Arno Schmidt (1914–1979) waren beide als junge Männer zum Kriegsdienst einberufen worden, was auch ihr Nachkriegsschaffen prägte. Stefan Andres (1906–1970) war bereits 1933 nach Italien emigriert und verarbeitete seine Erfahrungen daraus. Ernst Jünger (1895–1998) versuchte sich der Vereinnahmung durch das NS-Regime zu entziehen und Thomas Mann (1875–1955) schließlich, der Älteste in der Runde, war zur bedeutendsten literarischen Leitgestalt des Exils avanciert. Mit welchen Büchern traten diese Autoren erstmals in der Bundesrepublik vor das Publikum? Dieser und anderen Fragen gehen die Referenten nach.

Eine Vortragsreihe in Kooperation mit dem Literaturbüro NRW