Projekt »Verlorene Dörfer in Masuren«

Rekonstruktionsarbeit an einem Grabstein in Wilken/Wilki 2018

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Dörfer Masurens, einer Region und Volksgruppe aus der nördlichen Grenzregion zwischen Polen und Deutschland, zerstört und von Plünderern verwüstet. Die Bevölkerung floh, wurde vertrieben oder siedelte in den Westen Deutschlands über. Von den Dörfern der Masuren zeugen heute nur noch Reste ihrer Friedhöfe im Wald. Das Ziel des Projekts ist es, die versteckten und überwucherten Friedhöfe zu finden und zu kartographieren, die Grabstätten freizulegen und so die Geschichte der Dörfer nachzuvollziehen. Dazu arbeiten die Studierenden intensiv in Archiven und können so ihre Funde in einen Kontext setzen. Die Thematik wird auch für den regionalen Tourismus aufgearbeitet; ein Radwegenetz mit Infotafeln veranschaulicht die Geschichte der verlorenen Dörfer, ihrer Friedhöfe und der europäischen Grenzregion Masuren. Realisiert wird das Projekt unter der Leitung von Dr. Grabowski und polnischen und deutschen Kooperationspartnern seit 2017 mit Workcamps für Studierende und Schüler in der Johannisburger Heide. 2019 wird das Projekt mit einem Besuch der polnischen Teilnehmer in Düsseldorf fortgesetzt, bei dem eine zweisprachige Wanderausstellung über das Projekt erstellt wird. Die Gestaltung werden Schülerinnen und Schüler des Ausbildungsgangs Gestaltungstechnik am Lore-Lorentz-Berufsgymnasium übernehmen. Mit diesem Projekt zeigen junge Menschen aus Deutschland und Polen, dass es eine zukunftsweisende europäische Verständigung geben kann. Die Beschäftigung mit der Geschichte der Grenzregion Masuren befähigt sie, Vergangenheit zu verstehen sowie gemeinsame Perspektiven für eine friedliche und nachhaltige Zusammenarbeit in Europa zu entwickeln.

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In diesem Jahr wurde das mit Unterstützung des Gerhart-Hauptmann-Hauses geplante Projekt mit dem Richeza-Preis der NRW-Landesregierung ausgezeichnet: das auf polnischer Seite 2009 von Krzysztof A. Worobiec initiierte und in Deutschland seit 2017 unter der Federführung von Dr. Sabine Grabowski durchgeführte Projekt "Verlorene Dörfer in Masuren"  wurde als "besonders auszeichnungswürdiges Leuchtturm-Projekt" mit dem Höchstpreis von 5.000 € ausgezeichnet. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.